Zu Wenige?

Zwei oder Drei – das ist dann bereits schon Gemeinde? Hatte Gott da nicht Größeres im Sinn?
Immerhin wurden am Pfingsttag allein schon 3000 Menschen der Gemeinde hinzugetan. Sollte also Gemeinde nicht immer auch eine möglichst große Ansammlung von Menschen in einem Ort sein, einig im Geiste und stark im Zeugnis für die Welt?

So mag man denken und so war es anfänglich auch in Jerusalem. Aber Jerusalem war nicht die tatsächliche Mustergemeinde des NT. Denn diese Stadtgemeinde war letztlich nicht wirklich erfolgreich. Nach anfänglichen Erfolgen stagnierte das Wachstum, immer weniger Menschen kamen zum Glauben. Und das Evangelium verbreitete sich nicht so, wie es Gott sich gewünscht hat – also wurde die Jerusalemer Gemeinde in alle Welt zerstreut, indem Verfolgung einsetzte.
Jetzt hatten wir sie tatsächlich, diese Kleingemeinden die sich in privaten Häusern versammelten und so zu einer weltweiten Verbreitung des Evangeliums beitrugen.
Die Kraft des Zeugnisses der Gemeinde war durch die Größe der Gruppen nicht geringer, aber deutlich effektiver.

Gerade in unserer heutigen Kultur und Weltzeit scheinen diese kleinen Powergruppen des Reich Gottes, wie es auch schon immer war, eines der effektivsten Wege zu sein das Evangelium zu den Menschen zu bringen, die sich kaum noch in ein Kirchengebäude verlaufen.

Charly

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„Ach? Ihr habt einen Hauskreis?“

„Ach? Ihr habt einen Hauskreis?“
das ist oftmals eine Reaktion, wenn man erzählt, das man Mitglied einer Hauskirche ist. Anscheinend ist der Begriff „Hauskirche“ noch nicht mit der Vorstellung einer vollwertigen Gemeinde verbunden.

Was aber ist der Unterschied zwischen Hauskreis und Hauskirche bzw. Hausgemeinde?

Hauskreise sind entweder an eine der üblichen Ortsgemeinden angegliedert und stellen einen Weg der Gemeinschaftspflege innerhalb dieser Gemeinden dar. Manchmal sind diese Hauskreise auch mit bestimmten Zielen verbunden, so wie zB Jüngerschaft oder speziellen missionarischen Aktivitäten. Manchmal sind sie auch eine Art Selbsthilfegruppe für Menschen mit ähnlichen Schicksalen.

Dann gibt es auch die große Anzahl der Hauskreise, die sich Übergemeindlich treffen – in denen Christen aus verschiedenen Gemeinden zusammenkommen, um über Konfessionsgrenzen hinweg Gemeinschaft zu pflegen und bestimmten Bedürfnissen des geistlichen Lebens gemeinsam Raum zu geben. Auch wenn sich dort auch immer wieder Christen einfinden, die keiner Gemeinde angehören, so sind die meisten Besucher solcher Hauskreise auch Mitglieder in einer üblichen Gemeinde. Und diese Hauskreise verstehen sich nicht als eigenständige Gemeinde.

Hauskirchen hingegen sind Gemeinden. Das bedeutet, dass die Mitglieder solcher Hauskirchen / -gemeinden sich als Gemeinde verstehen und miteinander eine gewisse Verbindlichkeit eingegangen sind. Das wesentliche Gemeindeleben findet also in diesen Haustreffen statt und nicht in einem sonst üblichen Kirchengebäude.
Das was oft befremdet ist auch, das sich bereits eine relativ kleine Gruppe als Gemeinde versteht. Denkt man allerdings genauer darüber nach, so ist so manche freikirchliche Gemeinde, die sich in speziell angemieteten Räumen trifft, auch nicht wesentlich größer. Gemeinden mit ca. 30 – 50 Mitgliedern sind im freikirchlichen Bereich eher die Regel als eine Ausnahme. Und oft genug haben diese Gemeinden dann heftig mit der Finanzierung der speziell angemieteten Räume zu kämpfen.
Ob da Hauskirche / -gemeinde nicht doch echten Sinn macht?

Charly