#metoo und die Burka im Kopf

„Hylas und die Nymphen“ John William Waterhouse [Public domain], via Wikimedia Commons
Die #metoo-Debatte ist international im vollem Gange. Viele Vertreter der öffentlichen Meinung halten das für eine gute Sache. Doch ist das, was hier nicht nur diskutiert, sondern in den konkreten Folgen die diese „Debatte“ jetzt bereits hat, Ausdruck von Intoleranz und Geschlechterdiskriminierung von seiner schlechtesten Seite.

Eine aktuelle Meldung dazu ist, dass die Manchester Art Gallery das Bild „Hylas und die Nymphen“ von 1896 wegen Sexismusverdacht und um die Diskussion um Sexismus anzuregen abgehängt hat. Eine andere Schlagzeile hat erst vor kurzem in Deutschland Aufsehen erregt: Ein Streit um das Gedicht von Eugen Gomringer an der Fassade der Alice-Salomon-Hochschule (ASH) in Berlin-Hellersdorf, welches nun wegen angeblichen Sexismus überstrichen wird.

Ich könnte mich nun leider noch eine ganze Weile damit beschäftigen, die abstrusen Folgen dieser angeblichen „Sexismusdebatte“ anzuführen. Davon, dass Männern und Frauen bereits Handyapps angeboten werden, mit denen sie vor jedem Geschlechtsverkehr eine halbwegs rechtssichere Vereinbarung über die Einvernehmlichkeit des GV abschließen können. Kunst und männliche Künstler werden allein schon auf schlichte Behauptungen hin offen diskriminiert und zum Teil ihres Renommee und ihren Berufserwerbs beraubt. Zum Teil ist eine Medienhetze gegen Männer eingetreten. Etcpp.

Die Burka im Kopf
Diese angebliche „Sexismusdebatte“ ist tatsächlich nichts anderes als eine Geschlechterdiskriminierung. Zur Abwechslung betrifft es hier faktisch das männliche Geschlecht. Es geht hier nur noch am Rande um tatsächliche sexuelle Belästigungen – die im Übrigen bei weitem nicht nur von Männern ausgeht! Wir sind dabei in unserer ach so aufgeklärten Gesellschaft eine mentale Burka zu installieren. Diese Burka wird nun nicht länger von Frauen getragen. Vielmehr sollen Männer diese in ihrem Kopf und in ihrer Wahrnehmung des anderen Geschlechts anlegen. Und wehe, es tritt bei einer Frau auch nur der vage Verdacht auf, ein Mann täte das nicht. Dies ist nun um so perfider, weil gleichzeitig gegen Kulturen gewettert wird, in denen Frauen dazu gedrungen und z.T. auch gezwungen werden, eine tatsächliche Burka etc. in der Öffentlichkeit zu tragen. Doch was ist nun schlimmer? Diese offen diskriminierenden Kulturen oder die Scheinheiligkeit dieser männerverachtenden „Sexismusdebatte“?

Klare Unterscheidung
Ich beziehe hier nun auch meinen Standpunkt. Ich bin gegen jede Haltung von einzelnen Menschen und von Gesellschaften, die geeignet ist bestimmte Einzelpersonen und/oder Gruppen zu diskriminieren. Auch und gerade dann, wenn die Diskriminierung unter dem Deckmantel der Toleranz auftritt. Ich bin der Ansicht, dass das Umwerben der Geschlechter in Freiheit geschehen können muss – auch dann, wenn sich Jemand dabei sehr ungeschickt anstellen sollte. Das beinhaltet natürlich auch, dass jeder Machtmissbrauch zur Durchsetzung sexuellen Verlangens zu ächten und ggf zu bestrafen ist. Doch zwischen Flirt und Machtmissbrauch liegen Welten. Wobei es nötig scheint hervorzuheben, dass auch nicht wenige Frauen ihre Sexualität als Machtmittel einzusetzen wissen. Das ist notwendig hervorzuheben, weil seltsamerweise in dieser ganzen #metoo-Debatte darüber kein Einziger öffentlich spricht. Machtmissbrauch geschieht durch alle Geschlechter und ist kein Merkmal eines einzelnen Geschlechts.
Ich bin ausdrücklich gegen jede Diskriminierung, die an Kulturgütern ausgeübt wird. Hier gebe ich ganz bewusst die Stichwörter der „entarteten Kunst“ und der „Bücherverbrennung“ unter dem Naziregime in Deutschland zu bedenken. Denn das, was ich oben als Beispiele angeführt habe, ist nichts anderes. Auch wenn es sich unter anderem Vorzeichen präsentieren will.
Ich lehne diese ausufernde und zunehmend perverse #metoo-Debatte ab. Ich appelliere vielmehr dazu, endlich zu einer tatsächlich gerechten Geschlechterdebatte zu kommen, in der auf jegliche Diskriminierung verzichtet wird.

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Autor: Charly

Wer bin ich? Kurz gefasst ein Mann, ’60er Baujahr, verheiratet in zweiter Ehe ohne Kinder. Seit 1978 bin ich bekennender Christ, nachdem ich ein Gotteserlebnis hatte. Bei den vielen Schubladen, die sich jetzt anbieten erschaffe ich eine neue und benenne mich als „leidenschaftlicher Christ“ oder „leidenschaftlicher Nachfolger Jesu“.

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