EKD gegen Judenmission

Davidsstern
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Auf der Synode der Evangelischen Kirche (EKD) in Deutschland 2016 wurde nach ausführlicher Diskussion eine Kundgebung verabschiedet, in der es heißt: „Christen sind – ungeachtet ihrer Sendung in die Welt – nicht berufen, Israel den Weg zu Gott und seinem Heil zu weisen“. ( hier nachzulesenArtikel auf evangelisch.de )
Dort wurde unter anderem gesagt, es sei absurd, „wenn Christen Juden davon zu überzeugen versuchen, dass sie sich zu Jesus Christus bekehren müssten.“
Der Zentralrat der Juden hat diese Kundgebung ausdrücklich begrüßt. (hier nachzulesen)

Wenn etwas als absurd zu bezeichnen ist, dann die Meinung, Christen hätten das Evangelium nicht auch den Juden zu predigen. Das theologische Gehampel, welches man bei der EKD als Begründung dazu findet, ist eindeutig als ebenso absurd abzulehnen. Immerhin wird diese Haltung nicht von allen Theologen der EKD geteilt. Einen recht guten Kommentar dazu findet man hier auf pro.

Wer die Bibel zu lesen vermag, wird nicht umhin kommen eindeutig und klar im NT zu lesen, dass Jesus zuerst zu den Juden kam, zuerst Juden Juden missioniert haben und erst darüber hinaus das Evangelium auch den Heiden und damit allen Menschen ohne Ausnahme gilt. Da gibt es nichts zu deuteln. Auch unsere junge Vergangenheit mit der Schuld, welches sich das deutsche Volk gegenüber den Juden aufgeladen hat, ändert nichts an der klaren und eindeutigen Aussage des Evangeliums.

Richtig ist, dass wir Heute unter dem Begriff „christliche Mission“ nicht weiter einen Export westlicher Kultur zu verstehen haben. Wir sollten verstanden haben, dass das Evangelium in die Kulturen hinein gepredigt werden und nicht diese Kulturen ersetzen soll.
Hier zeigen die messianischen Juden in guter Weise auf, wie das Evangelium in der jüdischen Kultur gelebt werden kann.
Gerade diese messianischen Juden werden nicht nur von Juden ausgegrenzt, sondern auch von der EKD. Das fromme Juden ein Problem damit haben, dass gerade Jesus ihr Messias sein soll, ist nachvollziehbar und so alt wie das Christentum. Doch das nun Christen andere Christen ausgrenzen, um sich entgegen des eigenen Evangeliums Andersgläubigen anbiedern zu wollen, ist abzulehnen.

Von daher stelle ich mein klares Ja gegen das Nein zur Judenmission. Und ich bekenne, dass ich es abstoßend empfinde, wie sich die EKD mehr und mehr von ihrem ursprünglichen Glaubensbekenntnis hin zu einer spirituellen Beliebigkeit abwendet.
Wir sollen allen Menschen das Evangelium predigen. Wer sich dessen schämt, der sei an die Worte Jesus erinnert:
Mt 10:32 Jeder nun, der sich vor den Menschen zu mir bekennen wird, zu dem werde auch ich mich bekennen vor meinem Vater, der in den Himmeln ist. 33 Wer aber mich vor den Menschen verleugnen wird, den werde auch ich verleugnen vor meinem Vater, der in den Himmeln ist. (Rev.Elb.)

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Autor: Charly

Wer bin ich? Kurz gefasst ein Mann, ’60er Baujahr, verheiratet in zweiter Ehe ohne Kinder. Seit 1978 bin ich bekennender Christ, nachdem ich ein Gotteserlebnis hatte. Bei den vielen Schubladen, die sich jetzt anbieten erschaffe ich eine neue und benenne mich als „leidenschaftlicher Christ“ oder „leidenschaftlicher Nachfolger Jesu“.

27 Kommentare zu „EKD gegen Judenmission“

  1. Sehr gut geschrieben! Diese Entwicklung ist wirklich sehr bedenklich und im Prinzip ein Stück weit ein verleugnen des missionsbefehls.
    Paulus lebte auch weiter als Jude, legte nicht alle jüd. Traditionen ab. Schließlich ist das Christentum kein Ersatz des Judentums, sondern eine Erfüllung der jüdischen Prophezeiungen etc.
    Sehr schade, dass man sowas von oberster Stelle verneint.

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    1. Aha? Also war Jesus kein Jude, der zuerst Juden gepredigt hat? Und die Apostel waren auch keine Juden und überhaupt fand die ganze Geschichte nicht in Israel statt? Oder wie soll ich dich jetzt verstehen?

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    2. Hallo Charly, bist du der „Herr“ dieses Blogs?
      Ja, wie ist das Ganze zu verstehen ???- das ist die Millionen Dollar Frage. Ich denke es ist allgemeiner Konsens, dass Jesus ein Jude war, der anderen Juden das Judentum(seine Auffassung davon) lehrte. Dann fängt das Deuteln allerdings schon an. Dass du dein Verständnis von „Evangelium“ mit der Botschaft von Jesus gleichsetzt, ist hochgradig umstritten, würde ich vermuten.

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    3. Dies ist mein Blog. Was denkst du also, wer hier das „Hausrecht“ hat? 😉 (Was ist das überhaupt für eine seltsame Frage?)

      Mir scheint, dass du recht willkürlich damit sein könntest, was du als geltend bezeichnest oder ansehen möchtest. Irre ich mich da? Mir ist klar, welche Phantasien unter diversen „Religionskritikern“ so gepflegt werden – insbesondere unter solchen, die von sich annehmen wollen, sie seien so unglaublich „aufgeklärt“. Doch mehr als Phantasien sind das eben nicht. Das Jesus als Jude den Juden gepredigt hat ist alles andere als umstritten etcpp. Da ich mein Verständnis vom Evangelium an dem von Jesus ausrichte, brauche ich mir darüber auch weniger Gedanken zu machen, wie „umstritten“ das sein könnte.
      Das über die Frage, ob auch den Juden das Evangelium gepredigt werden sollte, gestritten wird, ist hingegen absolut albern. Denn auf der Seite Derer, die dies ablehnen werden ebenso wilde Phantasien und vor allem irrationale Abstriche von der diesbezüglich klaren Aussage des NT gemacht.
      Jeder hat die Freiheit dies so zu bewerten wie er möchte. Doch die Bibel und den christlichen Glauben zu vergewaltigen, um seine mehr wie fragwürdigen pseudotehologischen Ansichten gegen das Predigen des Evangeliums auch gegenüber Juden zu verteidigen, ist einfach nur schäbig und absolut unwürdig.

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    4. Ich wusste einfach nicht, ob das dein Blog ist, sorry, bin das erste Mal hier.

      Du trittst sehr bestimmt und „hart“ auf. Können wir sachlich bleiben? Sonst hat ein Dialog wenig Sinn, mach auch wenig Spaß…

      Die Frage ist – was ist das „Evangelium“ des historischen Jesus? Diese Frage ist faktisch hoch umstritten, war es von Anfang an, Belege dafür finden sich auch im NT.

      Aber bevor wir unnötig echauffieren, vielleicht könntest du erst mal klar machen was das du unter „dem Evangelium“ verstehst?

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    5. Hmmm … habe ich jetzt Lust hier, in diesem Zusammenhang, derartige Grundsatzdiskussionen über den chr. Glauben und die Bibel zu führen? Ich befürchte nicht. Vor allem nicht, weil es hier um die EKD und die Judenmission geht.
      Du magst glauben oder eben nicht glauben was du möchtest. Und „hochgradig umstritten“ finden, was andere (so wie ich) nicht so sehen. Du musst dich nicht rechtfertigen, so wie ich auch nicht 😉

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  2. Differenzieren ist hilfreich. Natürlich kann jeder mit dem Holzhammer seine Meinung kundtun. Überzeugend ist das letztendlich nicht. Gott sei Dank.

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  3. Mehrheitsmeinung ist, dass Jesus keine neue Religion gründen wollte.

    Es gibt die wohlbegründete Meinung, dass dies auch für Paulus zutrifft. Dass er den Glauben an den auferstandenen Messias als Möglichkeit für Heiden ansah, sich quasi „ins Judentum zu integrieren“ angesichts der kurz bevorstehenden Parusie und Weltgericht. Womit er natürlich falsch lag.

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    1. Da Jesus und auch Paulus keine neue Religion gründen wollten – was sie ja auch nicht getan haben, da das Christentum komplett auf dem jüdischen Glauben basiert – ist es ergo nur logisch, dass die Botschaft des NT vor allem an die Juden gerichtet ist. Also, was gibt es denn dann großartig darum zu diskutieren?

      Btw.: was meinst du wohl, wieviel ich in solchen Fragen auf Mehrheitsmeinungen gebe? 😉

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    2. „Da Jesus und auch Paulus keine neue Religion gründen wollten – was sie ja auch nicht getan haben, …“

      ??? Dann wäre es unnötig, Juden zu missionieren.

      Das heutige „Christentum“ (welche Ausprägung vertrittst du?, ist mir leider nicht ganz klar, deshalb muss ich in Hinsicht auf deine Aussagen teilweise spekulieren) mit dem Verständnis Jesu oder der ersten Christen gleichzusetzen, erscheint mir mehr als gewagt.

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    3. Wenn es unnötig wäre, die Juden zu missionieren, warum haben es dann Jesus und seine Jünger getan? Kann es sein, dass du in deinen Überlegungen Schubladen hast, die du nicht überein bekommst? Ich komme darauf, weil es für mich die leichteste Übung ist, hier keinen Widerspruch zu sehen. Eben weil ich vom NT ausgehe und nicht von Kirchendogmen.

      Welche Ausprägung ich vertrete? Ich stehe für mich als Christ, der einfache Gemeinde / Simple Church lebt. Von Denominationen bin ich wenig beeindruckt. Ich habe einen freikirchlichen Hintergrund. Und wenn es interessiert: ich bin nun schon seit gut 40 Jahren ein leidenschaftlicher Jünger Jesu.

      Das heutige „Christentum“ mit dem Verständnis Jesu oder der ersten Christen gleichzusetzen, erscheint mir mehr als gewagt.

      Das hängt von der Schublade ab, die man bedienen möchte. Was die Großkirchen betrifft, da bin ich bei dir. Auch in einigen Punkten, was diverse Freikirchen betrifft. Doch Jesu Botschaft so weit weg von dem heutigen chr. Verständnis zu rücken, ist – wie gesagt – für mich nur pseudoaufklärerische Phantasie.

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    4. Jesus und seine Schüler hatten kein NT von dem sie ausgingen. Jesu Botschaft basierte nicht auf dem NT.

      Ach, sag an? 😉
      Jetzt mal im Ernst: das ist doch keine vernünftige Diskussionsbasis. Das ist Grundlagenwissen und bedarf kaum einer Diskussion. zudem habe ich dies bereits in dem Sinne beantwortet:

      Da Jesus und auch Paulus keine neue Religion gründen wollten – was sie ja auch nicht getan haben, da das Christentum komplett auf dem jüdischen Glauben basiert –

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    1. Keine Antwort? Ist dein Glaubensbekenntnis identisch mit Jesu jüdischem Glaubensbekenntnis?

      Falls ja, was gibt es da zu missionieren?

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    2. Siehst du? Wenn du tatsächlich Ahnung von den biblischen Inhalten hättest, würdest du eine solche Frage nicht stellen. Als Studienanregung: lies mal nach, was die konkrete Botschaft von Jesus und seinen Jüngern an die Juden war. Sooo schwer ist das nicht 😉

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    3. Charly, du scheinst ein netter Kerl zu sein. Aber ich verstehe nicht, warum du eine einfache Frage nicht beantworten willst. Mir geht das so mit den meisten Evangelikalen. Es werden Tatsachenbehauptungen aufgestellt, die nicht belegt werden können, es wird ausgewichen etc., auf dem eigenen unverständlichen Glaubensverständnis beharrt etc. Am Ende wird man oftmals“zugepredigt“, und das wars dann.

      Bitte nicht als persönlichen Angriff verstehen. Aber kannst du verstehen, dass diese Art von „Mission“ auf Außenstehende alles andere als überzeugend wirkt? Argumentierst du so auch in anderen normalen nicht-glaubensabhängigen Bereichen? Denkst du man sollte so im 21. Jahrhundert vernünftig kommunizieren?

      Ich will dir doch gar nichts Böses. Vor Tatsachen, denen wir beide zustimmen können, braucht man keine Angst zu haben.

      Also: hast du ein Glaubensbekenntnis? Und wie lautet das? Einfache Frage – einfache Antwort?

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    4. Entschuldige bitte, du kommst hier auf meinen Blog und bringst solche Allgemeinplätze wie „das Verständnis von Jesu Evangelium sei hochgradig umstritten“, die heutige Auffassung des Evangeliums sei nicht übereinstimmend mit der von Jesus und Paulus, etcpp. Du verläufst dich hier in Allgemeinplätze und schlichten Behauptungen ohne jegliche Ausführung, geschweige denn Belege. Du outest dich nicht zuvor über dein Glaubensbekenntnis, sondern forderst meins an. Kannst du nachvollziehen, wie arrogant das wohl hier erscheint?
      Wer wissen will, was ich glaube, hat hier die Gelegenheit in nicht wenigen Blogbeiträgen, sowie den von mir verlinkten Seiten, dies nachzuvollziehen. Ich trete hier mit Klarnamen auf und du anonym mit einem Namen/Titel aus dem muslimischen Raum. Also bitte, wenn du hier Offenheit forderst, bist du als Erster dazu aufgefordert!

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  4. Fair enough. Ich denke eine solche Diskussion macht wenig Sinn. Kein Grund persönlich zu werden. Du fühlst dich anscheinend angegriffen. Sorry das ist nicht meine Absicht. Aber ich denke eine „Judenmission“ oder jegliche Mission in diesem Stil ist zum scheitern verurteilt. Und das mit Recht – meine Meinung.

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    1. Und dieser Rabbi ist wer noch genau? Rabbi Tovia Singer: Wikipedia Tovia Singer – Organisation Outreach Judaism Zitat: Outreach Judaism ist eine jüdische gegen die Missionierung von Juden gerichtete Organisation. Sie beschreibt sich selbst als „internationale Organisation, die unmittelbar auf die Streitfragen reagiert, die von Missionaren und religiösen Kulten aufgeworfen werden, indem sie das Judentum erforscht und die Unterschiede zum christlichen Fundamentalismus offenlegt

      Phu, bis er endlich zum Punkt kommt dauert aber 😦 Letztlich sagt er nichts wirklich relevantes. Seine Grundeinstellung ist offenbar, seine Bibelkenntnis zwar Detailliert, aber extrem einseitig. Dieser Mann erscheint mir in seiner Meinung aufgrund seiner offensichtlichen theologischen Defizite und seiner deutlichen Einseitigkeit irrelevant für eine konstruktive Diskussion über diese Frage. Mit Leichtigkeit kann man seiner Meinung etliche Rabbiner entgegenstellen, die ihm deutlich widersprechen.

      Hier ein Beispiel, wie seriös dieser Rabbi Tovia Singer einzuschätzen ist:

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    2. Ad hominem ist kein Argument. Wie gesagt, dieses Level von Mission bringt sich selbst zum scheitern, danke EKD in dieser Hinsicht.

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    3. Ad hominem – das ist genau das, was Rabbi Singer in Bezug auf Dr. M. Brown getan hat. Danke für deine Einschätzung und damit Relativierung deiner eigenen „Argumentation“.
      Das bringt hier nichts, nicht wahr? Also lassen wir es einfach.

      Weitere Voraussetzung für eine Diskussion mit dir ist, dass du dich outest – deinen Klarnamen angibst. Ansonsten lösche ich jeden weiteren Kommentar von dir.

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  5. Charly, leider leider bestätigst du meine leidvollen Erfahrungen mit „bibeltreuen“, „Evangelikalen“, du weißt von welcher Sorte „Christen“ ich spreche. Wenn sie sich unter Druck gesetzt fühlen, werden sie entweder aggressiv oder laufen davon. Ja, das ist meine persönliche Erfahrung. Nicht alle, aber doch ein großer Prozentsatz. Wenn du dich abgeregt hast, denk mal drüber nach …

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    1. Merkst du das nicht, was du selbst hier für einen Eindruck hinterlässt? Anscheinend sind es immer die anderen, nie du selbst, der am misslingen des Dialogs schuld ist? Ich bin weder aufgeregt, noch fühle ich mich von dir unter Druck gesetzt. Um das bei mir zu erreichen bedarf es deutlich mehr 😉 Es gibt aber Vorgaben, die ich für einen kontroversen Dialog setze. Das zu tun ist schlicht mein Recht, so wie du auch das Recht hast deine Vorgaben zu setzen.Einfach mal weniger dein Gegenüber deuten und mehr lesen, was er schreibt – das kann schon helfen 😉
      So, und nun lassen wir das hier. Es bringt so nichts.

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