Wegen Gotteslästerung verurteilt

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Der WDR und das Pro-Medienmagazin melden, dass in Lüdinghausen (NRW) ein ehemaliger Lehrer wegen Gotteslästerung verurteilt wurde. Ein solches Urteil ist in unserem Land mittlerweile recht selten, von daher bemerkenswert. Er wurde zu einer Geldstrafe von 500,-EUR auf Bewährung verurteilt. Der Verurteilte will in Berufung gehen.

Die Frage, die mich beschäftigt ist, wie intelligent diese „Religionskritik“ ist und wie man damit umgehen soll.

Doch zunächst zu dem Hintergrund:

Zitat WDR:

Auf der Heckscheibe stand damals ein abgewandeltes Zitat von Martin Luther: „Wir pilgern mit Martin Luther: Auf nach Rom! Die Papstsau Franz umbringen. Reformation ist geil!“ …

Das fand der Passant wohl gar nicht geil und erstattete Anzeige. Als die Polizei den beschuldigten pensionierten Mathelehrer deswegen aufsuchte, stand schon ein neuer Spruch auf der Heckscheibe … Auch die Polizei erstattete deswegen Anzeige.

Zitat Pro-Medienmagazin:

Der 67-Jährige hatte auf die Rückscheibe seines Autos Sticker geklebt, auf denen Sprüche wie „Kirche sucht moderne Werbeideen. Ich helfe. Unser Lieblingskünstler: Jesus – 2000 Jahre rumhängen und immer noch kein Krampf!“ oder „Wir pilgern mit Martin Luther: Auf nach Rom! Die Papstsau Franz umbringen. Reformation ist geil“ …

Die Richterin am Amtsgericht in Lüdinghausen, Ira Schwefer, urteilte am Donnerstag, die Sprüche seien „eine öffentliche Beschimpfung der christlichen Kirche“ und nicht von der Kunstfreiheit gedeckt. Sie seien dazu geeignet, den öffentlichen Frieden zu stören. Die Juristin bestätigte einen Verstoß gegen den sogenannten Gotteslästerungsparagrafen im Strafgesetzbuch.

Gerichtssprecher: Grenze überschritten

Ein Gerichtssprecher sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Die Sprüche stehen ja nicht nur für eine Religionskritik, diese Grenze war überschritten.“

Wenn ich mir die Sprüche auf der Homepage des Mannes durchlese, frage ich mich, wie ich auf die mangelhafte intellektuelle Leistung dieses ehemaligen Lehrers reagieren soll. Denn ich lese dort vor allem, dass er das, was er zu kritisieren versucht, nicht im Ansatz verstanden hat. Er versteht offensichtlich die Bibel nicht und hat sich wohl – bis auf Sprüchepicken – anscheinend nie wirklich mit der Bibel beschäftigt. Seine Kirchenkritik erscheint mir auf dem selben Niveau.

Meiner Meinung nach hat jeder, der etwas kritisieren will, zumindest die Pflicht sich zunächst darum zu bemühen wenigstens halbwegs zu verstehen, worum es überhaupt geht und was die tatsächlichen Inhalte sind. Denn sonst sieht Kritik so aus, wie sie von diesem ehemaligen Lehrer präsentiert wird.

Das, was er an „Kritik“ bringt, entspricht den hohlen Sprüchen der Neoatheisten, die lautstark um Gehör und Anerkennung feilschen. Diese unterscheiden sich von den klassischen Atheisten vor allem dadurch, dass die klassischen Atheisten wohl durchdachte Kritik vorbringen, die es auch oft wert ist zu diskutieren. Diese Kritik ist üblicherweise auch mit dem entsprechenden Respekt vor den religiösen Anschauungen und vor den Gläubigen vorgebracht. Doch das, was von den Neoatheisten kommt, ist in der Regel nur ärgerlicher Unsinn. Lautstark selbstbewusst vorgetragen und doch resistent gegenüber jeglicher Korrektur.
Der Neoatheismus hat längst die Form einer eigenen Religion angenommen. Daher stellt er sich meiner Meinung nach selbst ins ad absurdum.

Von daher kann ich verstehen, dass man sich über diese provokant und aufdringlich dargestellten Sprüche ärgert. Aber vermutlich hätte ich auf eine Anzeige verzichtet. Denn damit wertet man diese Ergüsse nur auf. Das sind sie meiner Meinung nach nicht wert.
Im TV-Bericht auf dem WDR war zu sehen, dass sich dieser Mann äußerst in dem Medieninteresse sonnt. Man kann auch sehen, dass er nichts verstanden hat. Was bringt der ganze Ärger also? Eine irgendwie fruchtbare Diskussion mit diesem Mann halte ich für relativ unwahrscheinlich.
Es ist abzuwarten, wie weitere Gerichtsinstanzen entscheiden werden. Aber ob Irgendjemand letztlich davon etwas hat?

Autor: Charly

Wer bin ich? Kurz gefasst ein Mann, ’60er Baujahr, verheiratet in zweiter Ehe ohne Kinder. Seit 1978 bin ich bekennender Christ, nachdem ich ein Gotteserlebnis hatte. Bei den vielen Schubladen, die sich jetzt anbieten erschaffe ich eine neue und benenne mich als „leidenschaftlicher Christ“ oder „leidenschaftlicher Nachfolger Jesu“.

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