Lügt die Presse? So erkennen sie es

© Public Domain by pixabay
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Pegida und Co haben ein Unwort aus der braunen Zeit unserer Nation wieder in aller Munde gebracht: „Lügenpresse“. Eigentlich zeigen solche, die dieses Wort gerne benutzen lediglich ihre intellektuelle Beschränktheit, sich aus der Fülle von Meldungen und Medien eine seriöse Meinungsbildung zu erarbeiten. Bezeichnenderweise sind diese, welche dieses Wort so gerne benutzen, sehr leicht von jedem Blödsinn und Unsinn zu überzeugen. Denn so schwer ist es nicht zu verstehen, dass wir für eine seriöse Meinungsbildung genau die Vielfalt an Medien brauchen, die wir haben. Dazu bedarf es weniger Grundkenntnisse und -fähigkeiten, als auch etwas echtes Interesse an der Wahrheit und etwas Fleiß, um wissen zu können, welche Beiträge wie einzuordnen und zu bewerten sind. Wahrlich nichts, was ein Abitur oder ein Hochschulstudium erfordert – lediglich gesunden Menschenverstand.

Aber wie erkenne ich denn den Wahrheitsgehalt von Meldungen und Artikeln in den Medien?
Auf Krautreporter hat sich Rico Grimm dieses Themas angenommen. Mit dem Artikel: Lügt die Presse? So erkennen sie es. Er hat zehn Fragen aufgezeigt, die helfen einen Beitrag zu bewerten:

1. Wie plausibel ist das, was ich lese?
2. In welchem Umfeld erscheint der Artikel?
3. In welchem Medium?
4. Sind die Autoren ansprechbar?
5. Wie belegt ein Artikel seine Behauptungen und Fakten?
6. Werden Zusammenhänge, die nicht belegt sind, klar als „Theorie“ oder Vermutung gekennzeichnet?
7. Wie finanziert sich das Medium? Ist der Artikel vielleicht eine bezahlte Anzeige?
8. Recherchiert der Autor/die Autorin selbst?
9. Wie wird die Gegenseite dargestellt?
10. Was hat der Autor bisher gemacht?

In dem verlinkten Artikel führt er jeden Punkt noch etwas aus.

Zehn Fragen, die man beachten sollte, wenn man Medienbeiträge liest oder hört, klingt das nicht nach unrealistisch viel Arbeit? Nein, nicht wirklich. Denn das übt sich in der Anwendung ungemein und nicht immer muss man auch alle dieser zehn Fragen wieder neu stellen. Ich persönlich brauche am Computer über das Internet in der Regel nur wenige Minuten um herauszufinden, wie ich einen Beitrag zu bewerten habe – wenn ich nicht bereits genügend Hintergrundwissen über die Quelle und das Sachgebiet habe. Eine seriöse oder auch nur halbwegs ernst zu nehmende Meinungsbildung braucht mehr Zeit als das kritiklose aufsaugen von Propagandaparolen und einem Klick auf dem asozialen Netzwerk facebook. Das stimmt schon. Aber wenn man sich nicht selbst zum Honk* machen will, sollte man diese Mühe auf sich nehmen.

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*Honk – Wikipedia:
Honk ist ein Begriff der Jugendsprache und eine abwertende Bezeichnung für eine Person, die eine mangelnde Intelligenz aufweist. Synonyme sind die Ausdrücke Dummkopf, Trottel oder Idiot. Es handelt sich um einen Neologismus, dessen beleidigende Bedeutung sich häufig erst kontextuell oder gar onomatopoetisch ergibt („Du Honk!“).
Der Begriff stammt aus dem US-amerikanischen Jargon und wurde in Deutschland als Akronym umgedeutet. Vermutlich in Berlin wurde er erstmals als Abkürzung für Hauptschüler ohne nennenswerte Kenntnisse verwendet.Bei KarriereSPIEGEL (Spiegel Online) definierte Jochen Leffers einen Honk später auch als Helfer ohne nennenswerte Kenntnisse.
Ein Synonym ist Vollhonk, was die Beleidigung auf stärkere Weise ausdrückt. Süddeutsche.de wählte diesen Ausdruck auf Platz 11 der Schimpfwörter des Sportjahres 2011.

Autor: Charly

Wer bin ich? Kurz gefasst ein Mann, ’60er Baujahr, verheiratet in zweiter Ehe ohne Kinder. Seit 1978 bin ich bekennender Christ, nachdem ich ein Gotteserlebnis hatte. Bei den vielen Schubladen, die sich jetzt anbieten erschaffe ich eine neue und benenne mich als „leidenschaftlicher Christ“ oder „leidenschaftlicher Nachfolger Jesu“.

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