Gottesdienst – Gottesbegegnung

Gottesdienst
© Matthias Mueller / churchphoto.de

Auf Rons  TheoBlog habe ich ein Zitat des Niederländers Abraham Kuyper (1837–1920) gefunden, welches ich hier zitieren und darüber nachdenken möchte. Abraham Kuyper war Sohn eines Pastors. Er studierte Theologie in Leiden, wo er auch den Doktorgrad erreichte. Er arbeitete als Pastor und Professor, Redakteur und Politiker in den Niederlanden. Kuyper war Leiter und Wortführer einer protestantischen Strömung, die in den 1880er Jahren entstand und daran glaubte, dass Gott dauernd in die Welt eingreift. Man ging davon aus, dass dieses Eingreifen Gottes in täglichen Ereignissen sichtbar würde. (Wikipedia)

Abraham Kuyper über den sonntäglichen Gottesdienst:

„Die Gemeinde begegnet ihrem Gott“, ist der tiefste Sinn, den wir unserem Gottesdienst geben können.

Dazu meine Gedanken:

Echt jetzt? Ich halte das für eine irreführende Behauptung.
Warum tue ich das? Zunächst einmal sollte die Gemeinde (also möglichst jeder einzelne Christ) täglich und so oft wie möglich mit Gott im Kontakt stehen. Dieser Ausspruch könnte jedoch suggerieren, dass man erst im Gottesdienst eine Möglichkeit hätte, Gott zu begegnen. Also kann nicht die Gottesbegegnung der tiefste Sinn eines Gottesdienstes sein. Wenn, dann können wir max. voraussetzen, dass die Gemeinde ihren Gott gemeinsam rituell feiert … hoffentlich …wenn sie nicht statt Gott den Ritus feiert.
Ja, eigentlich sollte der Gottesdienst seinen Überfluss aus den individuellen Gottesbegegnung all der versammelten Gläubigen finden. Darum kommen wir mit der Zeit kaum hin, wenn wir in den Gottesdiensten dazu aufrufen, davon Zeugnis zu geben, was jeder Einzelne in der letzten Woche zusammen mit Gott erlebt hat …oder öhm …ich glaube …richtiger ist, wenn wir uns freuen, wenn wenigstens Einer was zu erzählen hat …darum fragen wir schon garnicht mehr nach, oder?
Dass der Vorhang im Tempel, welcher das Allerheiligste vom Heiligtum trennte beim Tod Jesu zerriss, sollte uns doch sagen, dass Gott nun nicht mehr im Tempel, sondern in Jedem wohnen will, der zur Gemeinde gehört. Und dann suggerieren wir, Gott wäre vornehmlich im sonntäglichen Gottesdienst zu finden?

Was sind eure Gedanken dazu?
Was ist der Gottesdienst für euch? Ein Ort Gott zu begegnen oder ein Ort gemeinsam zu feiern, dass Gott uns alle Tage begegnen möchte?

Advertisements

Autor: Charly

Wer bin ich? Kurz gefasst ein Mann, ’60er Baujahr, verheiratet in zweiter Ehe ohne Kinder. Seit 1978 bin ich bekennender Christ, nachdem ich ein Gotteserlebnis hatte. Bei den vielen Schubladen, die sich jetzt anbieten erschaffe ich eine neue und benenne mich als „leidenschaftlicher Christ“ oder „leidenschaftlicher Nachfolger Jesu“.

Ein Gedanke zu „Gottesdienst – Gottesbegegnung“

  1. Das Wort Gottesdienst kommt in der Bibel in einem ganz anderen Zusammenhang vor. Darum halte ich die sogenannten „Gottesdienste“ generell für eine gefährliche Bezeichnung – generell irreführend.

    „Gebt Eure Leiber hin als lebendiges Opfer, dass sei Euer vernünftiger Gottesdienst!“ schreibt Paulus.
    Das definiert klar was Jesus als Gottesdienst versteht und die Formulierung impliziert gleich dass es auch viele andere Arten von UNVERNÜNFTIGEN „Gottesdiensten“ gibt …

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s