Pro?Christ?

Leute unter einem Fragezeichen
© Charly Lücker / Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com / pixelio.de

Am gestrigen Sonntag hat das evangelistische Megaevent ProChrist 2013 in Stuttgart begonnen. Es ist das achte ProChrist in Deutschland.
Schon früh wurde die Frage laut, wie dieses Event zu bewerten ist. Immerhin kann man sagen, dass es Zustimmung und Widerspruch auslöst. Vertreter der Kirchen wissen aktuell nicht, wie sie sich zu der Protestnote eines Schwulen- und Lesbenverbandas in Brandenburg stellen sollen. Andere Christen schwanken zwischen Begeisterung und heftiger Ablehnung.

Ich habe mir die bisherigen zwei Veranstaltungen via ERF-TV angesehen.
Die Sendungen beginnen jeweils mit einem viertelstündigen ProChrist-Magazin. Gestern zeigten sie eine Straßenumfrage in Stuttgart, wo Menschen auf der Straße die Frage gestellt bekamen, ob sie wüssten, was ProChrist sei. Kein Mensch in Stuttgart (dem Veranstaltungsort ! ) wusste wirklich was Pro Christ ist! Und wenn eine blasse Ahnung da war, dass zB evangelikale Christen damit zu tun haben, gab es klare Ablehnung. Immerhin, das war mal ein ehrlicher, selbstkritischer Blick.
Da kommt die Vermutung auf, dass die Werbung wohl nicht so richtig gut funktioniert hat.

Wie immer, gestaltet einen guten Teil des musikalischen Rahmens ein immens großer Chor. Wenn ich darüber nachdenke, welche größere TV-Show heute noch Chöre auftreten lässt, fällt mir keiner ein. Die Zeiten von z.B. den Fischer-Chören scheint vorbei zu sein. Ob das den Verantwortlichen von ProChrist schon einmal aufgefallen ist? Überhaupt wirkt dort so vieles so altbacken, so als würde eine Programmgestaltung aus den 60ern mühevoll auf modern getrimmt. Vielen Christen gefällt das – so bezeugen es mir zumindest viele. Aber gefällt das auch der Zielgruppe?

Ok, man kann sich über Gestaltung und Musik herrlich streiten. Das bringt uns nicht wirklich weiter. Aber eins bewegt mich schon seit langem in Bezug auf ProChrist: Der Inhalt der Verkündigung.

In diesem Jahr ist der langjährige Prediger von ProChrist, Ulrich Parzany, aufgrund gesundheitlicher Umstände ausgefallen. Vertreten wird er bisher vom Pfarrer Steffen Kern. Ein durchaus sympathischer Mensch, der recht ansprechend zu predigen weiß. Aber auch bei ihm, so wie sonst bei Ulrich Parzany, stellt sich die Frage: Was für ein Evangelium wird dort gepredigt? Ein Evangelium-Light?

Damals, 1978 in der Zeltmission bei den Pfingstlern, wo ich mich bekehrt habe, da hörte ich in den Predigten auch, dass eine Bekehrung zu Gott nicht als Bonus oben auf mein bisheriges Leben gepackt werden kann. Es hat Jesus das Leben gekostet, mir das Heil zu erwirken und so wird es auch mir mein Leben kosten, das Heil zu bekommen. Ich muss nicht selbst durch den Tod gehen, weil Jesus es für mich getan hat. Aber mein altes Leben muss sterben und ein neues muss beginnen.
Ist es so schwer, das zu sagen? Warum verkaufen manche das Heil so billig, wenn uns die Bibel von einem anderen, einem teuren Preis berichtet? Weil dann evtl. nicht so viele bereitwillig „nach Vorne kommen“ um sich zu bekehren? Weil es Menschen geben mag, die sich empören könnten?

Tatsächlich gibt es innerhalb der Kirchen und christl. Gemeinschaftsverbänden diese Diskussion, ob man Heute noch in den Predigten die Sünde, die Sündhaftigkeit der Menschen, die Notwendigkeit der Vergebung und die Notwendigkeit einer Buße – einer Lebensumkehr, erwähnen darf. Damit beraubt man zwar dem christlichen Glauben den gesamten Kern, der ihn eigentlich erst ausmacht – aber das scheint so manchen Kirchen- und Gemeinschaftsvertretern nichts auszumachen.

Heute Abend beschrieb der Prediger, wie Jesus zu den einzelnen Menschen kommt. Er beschrieb Jesus als den Heiler, der Versöhner unter den Menschen, als der Treue. Und da warte ich und hing dem Prediger an den Lippen… sagt er es? Sagt er jetzt die wichtigen Worte, die aus einer religiösen Betrachtung eine Verkündigung des Evangeliums macht: Sagt er, dass Jesus zu dir kommt und dir deine Sünden vergibt? Das du leben darfst, obwohl du wegen deiner Sünden hättest sterben müssen? ……. – ……. – …….  Nein!
In dem gemeinsamen Gebet, zu dem anschließend eingeladen wurde, da taucht plötzlich auf, dass Jesus uns unsere Sünden vergeben möchte. Und dass man für Jesus sein Leben öffnen würde. (Öffnen, nicht etwa Gott sein Leben übergeben und das man Gott als Herrn seines Lebens anerkennen würde.)
Ich erinnere mich an mehrere Gelegenheiten, die ich erlebt habe, wo Jemand auf solch unerwartet eingeworfene Passagen in einem Gebet, zu welchem er eingeladen war es mitzubeten, reagierte und ausrief: „Ne, also, nö, für mich braucht Niemand zu sterben. Und welche Sünden denn? Ich bin doch kein Sünder!“
Wer überhaupt keine Ahnung vom Evangelium hat, geht der aus solchen Abenden mit dem Wissen heraus, warum Jesus sterben musste? Warum es wichtig ist, dass wir Vergebung bei Gott finden? Nein, oder?

Welcher Jesus wird dort bei ProChrist gepredigt und zu welchem Jesus bekehren sich dort Menschen? Zu dem Jesus der Bibel? Oder doch nur zu einem Jesus, der lediglich ein guter Mensch war, irgendwie ein Gottessohn, ein Heiler und Tröster? Hätten das die ersten Christen gepredigt, wären sie niemals verfolgt und getötet worden!

Was sagt die Bibel?
(Bibelstellen aus der Rev. Elberfelder)
Lukas 5:32 ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder zur Buße.

Lukas 24:45 Dann öffnete er ihnen das Verständnis, damit sie die Schriften verständen, 46 und sprach zu ihnen: So steht geschrieben, und so mußte der Christus leiden und am dritten Tag auferstehen aus den Toten 47 und in seinem Namen Buße zur Vergebung der Sünden gepredigt werden allen Nationen, anfangend von Jerusalem. 48 Ihr seid Zeugen hiervon;

Johannes 16:8 Und wenn er gekommen ist, wird er die Welt überführen von Sünde und von Gerechtigkeit und von Gericht. 9 Von Sünde, weil sie nicht an mich glauben; 10 von Gerechtigkeit aber, weil ich zum Vater gehe und ihr mich nicht mehr seht; 11 von Gericht aber, weil der Fürst dieser Welt gerichtet ist.

Apostelgeschichte 2:38 Petrus aber sprach zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden! Und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.

Römer 3:22 Gottes Gerechtigkeit aber durch Glauben an Jesus Christus für alle, die glauben. Denn es ist kein Unterschied, 23 denn alle haben gesündigt und erlangen nicht die Herrlichkeit Gottes 24 und werden umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist.

Römer 4:7 Glückselig die, deren Gesetzlosigkeiten vergeben und deren Sünden bedeckt sind! 8 Glückselig der Mann, dem der Herr Sünde nicht zurechnet!

Römer 5:8 Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, daß Christus, als wir noch Sünder waren, für uns gestorben ist. …. 12 Darum, wie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod und so der Tod zu allen Menschen durchgedrungen ist, weil sie alle gesündigt haben …. 19 Denn wie durch des einen Menschen Ungehorsam die vielen in die Stellung von Sündern versetzt worden sind, so werden auch durch den Gehorsam des einen die vielen in die Stellung von Gerechten versetzt werden.

Römer 6:1 Was sollen wir nun sagen? Sollten wir in der Sünde verharren, damit die Gnade zunehme? 2 Das sei ferne! Wir, die wir der Sünde gestorben sind, wie werden wir noch in ihr leben? … 6 da wir dies erkennen, daß unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, damit der Leib der Sünde abgetan sei, daß wir der Sünde nicht mehr dienen. 7 Denn wer gestorben ist, ist freigesprochen von der Sünde. … 10 Denn was er gestorben ist, ist er ein für allemal der Sünde gestorben; was er aber lebt, lebt er Gott. 11 So auch ihr: Haltet euch der Sünde für tot, Gott aber lebend in Christus Jesus! 12 So herrsche nun nicht die Sünde in eurem sterblichen Leib, daß er seinen Begierden gehorche; 13 stellt auch nicht eure Glieder der Sünde zur Verfügung als Werkzeuge der Ungerechtigkeit, sondern stellt euch selbst Gott zur Verfügung als Lebende aus den Toten und eure Glieder Gott zu Werkzeugen der Gerechtigkeit! 14 Denn die Sünde wird nicht über euch herrschen, denn ihr seid nicht unter Gesetz, sondern unter Gnade.

Und viele Stellen der Bibel mehr, sprechen diese Sprache.

Wie müssen wir nun die Verkündigung von ProChrist werten? Wird dort ein anderes Evangelium gepredigt? Ist das dann diesen Aufwand und die damit verbundenen Konflikte wirklich wert?

Ich halte es mittlerweile so: Ich nehme wahr, dass mal wieder ProChrist ist, ich informiere mich genauer, um zu wissen was dort geschieht und worüber ich da rede und halte mich ansonsten auf eine gesunde Distanz. Ich bete, dass die Menschen, die dort tatsächlich ehrlichen Herzens Gott suchen, ihn dort auch finden werden. Für mich gibt es an ProChrist zuviele Fragen und Differenzen, als dass ich mich damit identifizieren kann.

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Autor: Charly

Wer bin ich? Kurz gefasst ein Mann, ’60er Baujahr, verheiratet in zweiter Ehe ohne Kinder. Seit 1978 bin ich bekennender Christ, nachdem ich ein Gotteserlebnis hatte. Bei den vielen Schubladen, die sich jetzt anbieten erschaffe ich eine neue und benenne mich als „leidenschaftlicher Christ“ oder „leidenschaftlicher Nachfolger Jesu“.

8 Kommentare zu „Pro?Christ?“

  1. idea meldet dass nach dem bekanntwerden der Erkrankung von U. Parzany der Besuch der Porsche-Arena in Stuttgart von Sonntag mit rund 4000 Besuchern, bis zum Dienstag auf lediglich 1800 Besuchern zurückging. Kaum ist aber U. Parzany wieder der Redner erhöht sich die Besucherzahl zusehends. Mittlerweile waren am Donnerstag wieder 3300 Besucher dort anwesend. Im Vergleich zum letzten ProChrist in Chemnitz sind es aber noch rel. wenige Besucher,. Dort kamen zum Eröffnungsabend rund 6400 Besucher.

    Wollen wir hoffen, dass der rapide Rückgang der Besucher vor Ort nicht damit zusammenhing, dass an Stelle von U. Parzany Pfarrer Kern gepredigt hat. Man könnte sonst auf die Idee kommen, Christen würden auch soetwas wie einen „Starkult“ pflegen – und das wollen wir ja nicht ….. oder?

    Ich verstehe sowieso nicht, warum U. Parzany, mit offenbar arg angeschlagener Gesundheit, den Predigtpart gestalten muss. Pfarrer Kerner predigte recht ansprechend – wenn auch ein Evangelium-Light. Da aber auch U. Parzany ein ebensolches Evangelium-Light predigt, fragt man sich, warum er jetzt, trotz Krankheit, dort auf der Bühne steht. (Naja, zumindest frage ich mich das 😉 )

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  2. Mein Eindruck von den letzten Tagen war: Wenn Ulrich Parzany light predigt, dann muß man bei Steffen Kern noch mal ein light ranhängen, also light light. Da kam nun wirklich gar nichts rüber, außer dass Jesus gekommen ist, um uns zu trösten und unsere zwischenmenschlichen Beziehungen zu verbessern usw. Ich habe auch die ganze Zeit bis zum Schluß darauf gewartet, wann nun das eigentliche kommt ….. aber es kam nicht. Ganz ehrlich – ein drittes Mal hätte ich mir das nicht angeschaut. Ein klitzekleines Bißchen mehr ist bei Ulrich Parzany dann doch schon drin. So empfinde ich das jedenfalls.

    Vor ein paar Jahren, als ich noch nicht so den Durchblick hatte, habe ich mal eine ungläubige Bekannte zu mehreren solcher ProChrist Veranstaltungen (an einem Übertragungsort in einer Gemeinde) mitgenommen. Der hat das auch ganz gut gefallen – Ulrich Parzany hat ja auch Ausstrahlung und ist ein guter Rhetoriker – aber das war es dann auch. Sie hatte damals etliche familiäre Probleme und das war in gewisser Weise wahrscheinlich ein vorübergehendes Trostpflaster für sie, vermute ich mal.

    Ich war gespannt, ob sich inzwischen etwas an der Art der Verkündigung geändert hat. Scheint wohl aber nicht so zu sein. Außer dass die unglaublich vielen wiederholten Aufrufe zum Nachvornekommen (wie in den letzten Jahren immer) erfreulicherweise stark zurückgegangen sind. Ich fand das schon immer schrecklich unpassend. Ich glaube, ich würde dort niemanden mehr hinschleifen. Obwohl ich jetzt nicht behaupten möchte, dass durch solche Veranstaltungen noch nie jemand zum Glauben gefunden hat. Gott kann ja auch mit einem krummen Stock einen geraden Schlag ausführen. Sollte für uns aber nun keine Entschuldigung sein, krumme Stöcke zu produzieren, denke ich mal.

    Die beste Evangelisation ist vielleicht doch, wenn man ganz persönlich in seinem privaten Umfeld (Arbeit, Familie, Bekannte) mal den Mund aufmacht oder einfach durch sein Leben der Welt ein Zeugnis abliefert, so dass sie dann von selbst kommen und fragen. Zu dieser Einsicht bin ich jedenfalls inzwischen gelangt.

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    1. Hallo Christina,
      ich habe die Predigt von Parzany an Dienstag auch angehört.
      Also ich fand schon, dass man dem Pfarrer Kern besser folgen konnte und der nicht von Höcksken aufs Stöcksken kam. Aber man muss anerkennen, dass Parzany zumindest am Ende auch mal Sünde und Kreuz erwähnt hat. Doch auch hier: wer von Bibel etc. keine Ahnung hat, weiß nicht, warum er plötzlich davon spricht. Ein kleines bisschen mehr Evangelium – immerhin. Aber lange nicht das, was die Bibel mMn unter Evangeliumsverkündigung versteht.
      Evtl. liegt es ja daran, dass ich damals bei einer Zeltevangelisation zum Glauben gefunden habe und dort, wie ich ja schon beschrieb, ein klares und deutliches Evangelium gepredigt wurde. Aber ich kann nicht nachvollziehen, wie man so bereitwillig das Evangelium verwässert.

      Ich verfolge ProChrist nun schon seit vielen Jahren. Es werden zwar rel. ansehnliche Zahlen bezgl. Bekehrungen vorgebracht, aber wer Erfahrungen vor Ort gemacht hat, weiß, wie sehr die schongerechnet sind. Ganz sicher haben Manche durch ProChrist zum Glauben gefunden, aber ganz sicher nicht – im Vergleich zum Aufwand – wirklich Viele. Es ist wie du es schreibst, von den krummen und geraden Stöcken.
      Von daher und sowieso ist es allemal eine gute Sache, dort wo man ist, offen zu seinem Glauben zu stehen und nicht davor zurückschrecken, Fragenden Antworten zu geben.

      Im Moment beobachte ich auch, dass anscheinend einige Gemeinden, die bisher bei ProChrist als Übertragungsstätten mitgemacht hatten, jetzt nicht mehr mitmachen. Auch nicht in der Art, dass sie andere Gemeinden unterstützen, diesmal daran teilzunehmen. Wer weiß, wie man das zu werten hat. Ernüchterung evtl.?

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  3. Vielleicht könnte man auch sagen, manche haben „trotz“ Pro Christ 😉 zum Glauben gefunden, weil Gott eben in seinem Handeln souverän ist.

    Und ja, man muß sich schon fragen, halten diese spontan getroffenen Bekehrungen wirklich das, was sie versprechen? Ich meine damit jetzt, bleibt das dauerhaft? Daran zeigt sich doch letztendlich, ob diese Bekehrungen echt waren oder ob man nur einer momentanen gefühlsmäßigen Duselei zum Opfer gefallen ist. Jesus sagt zu seinen Nachfolgern: „Überschlage die Kosten.“ Und: „Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich.“ Jesu nachzufolgen ist eben nicht immer nur mit eitel Sonnenschein verbunden.

    Aber jetzt muß ich auch noch mal was Positives zur gestrigen Pro Christ Übertragung sagen. Ulrich Parzany ist anscheinend manchmal auch noch für Überraschungen gut. Gestern war seine Predigt nicht ganz so weichgespült wie die vorherigen Tage. Aber vielleicht war das auch nur eine Eintagsfliege und heute Abend geht es weiter im alten Trott, wer weiß. Jedenfalls hat er gestern ein paar mutige Worte zur Homosexualität geäußert (das wird die obersten Kirchenleute sicher gar nicht freuen) und eigentlich warte ich schon darauf, dass sich heute die Presse darüber das Maul zerreißt.

    Vielleicht liegt das mit dem Rückgang der Übertragungsstätten bei Pro Christ auch mit daran, dass diese Veranstaltungen zum größten Teil doch nur von Christen besucht wurden (so habe ich das jedenfalls in der Vergangenheit erlebt) und dass diese sich das jetzt ja auch zu Hause am Fernsehen anschauen können, so wie ich z. B. 😉 Aber vielleicht hat auch, wie du schon vermutest, bei vielen einfach auch die Ernüchterung eingesetzt. Das ist gut möglich.

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    1. Diese Frage muss man letztlich an alle richten, die sich irgendwie zu Gott bekehrt haben.

      Dann werde ich mir diese Predigt von Gestern doch mal anhören.

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    2. Also, ich habe mir die Predigt angehört. Mutige Worte zur Homosexualität? Was war daran mutig? Dass er es hinnimmt, dass sich jetzt wieder ein paar Schwulenaktivisten aufregen? Das ist kein Kunststück und ist ja in Berlin-Brandenburg bereits im Vorfeld geschehen. Ich glaube auch nicht wirklich, dass sich gerade U. Parzany dazu qualifiziert äußern kann. Ich höre und lese dazu sowieso fast nur unqualifiziertes Gerede, ob nun von Seiten der Homo-Aktivisten oder der Homo-Gegner. Das wirklich traurige an der Geschichte ist mMn, dass diese Plattitüden so laut und penetrant gebrüllt werden, dass jedes vernunftbegabte Nachdenken über Homosexualität drunter untergeht.

      Was mich hier schon wieder ärgert: Er redet so knapp an dem Kern des Evangeliums vorbei, dass es sich für den oberflächlichen oder wohlwollenden Hörer wie eine Evangeliumsverkündigung anhört. Und doch kommt er nicht wirklich auf den Kern des Evangeliums. 😦

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  4. Na ja, mutig fand ich die Worte in Anbetracht dessen, dass Homosexualität inzwischen beim größten Teil der Bevölkerung als eine von der Natur gegebene, nicht veränderbare sexuelle Veranlagung gesehen wird. Selbst die ev. Kirche ist doch schon längst mit auf diesen Zug aufgesprungen. Da muß man, wenn man sich in die Richtung wie Parzany äußert, damit rechnen, nicht nur sich unbeliebt zu machen (wer will das schon), sondern auch, dass man von allen Seiten Feuer kriegt, nicht nur von den Schwulenaktivisten. Für wen von den kirchlichen Würdenträgern zählt denn noch, was in der Bibel steht? Wird doch alles nach Lust und Laune uminterpretiert.

    Und was die Evangeliumsverkündigung angeht, wir können es nicht ändern, wir können nur versuchen, es selbst in unserem persönlichen Umfeld besser zu machen. Möge uns Gott seine Gnade dazu schenken. 🙂

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