Organspende bleibt fraglich

Organspendeausweis
© BZgA

Nun haben wir den ersten öffentlich bekannt gewordenen Skandal in Deutschland um Manipulationen mit Organspende. Im Göttinger Universitätsklinikum hat wohl der ehemalige Leiter der Transplantations- chirurgie Dutzende von Krankenakten manipuliert, um so Patienten bevorzugt zu einer Spenderleber zu verhelfen. Aktuell wird in insgesamt 34 Fällen ermittelt.

Angesichts der dargestellten Überraschung, das dies in Deutschland möglich ist, frage ich mich, wie naiv die beauftragten Fachleute sich hier eigentlich verhalten.

Da leistet sich der Leiter der Ständigen Kommission Organtransplantation der Bundesärztekammer und an der Universität Halle lehrende Medizinrechtler, Professor Hans Lilie, die Aussage: „Wir hätten uns das nicht vorstellen können“. Da ruft der Laie erstaunt aus: „Wie Bitte? Das konnten Sie sich nicht vorstellen?“
Ja klar, wie sollte man sich ein solch betrügerisches Verhalten auch vorstellen können, wo es doch bereits in Amerika ähnliche Fälle gegeben hat.
Da beschleicht einem schon das Gefühl, dass sich dort die verantwortlichen Menschen einfach entsagen, sich bestimmtes kriminelle Verhalten vorzustellen. Denn wer sich solches nicht vorstellt, braucht auch nicht konkret danach zu suchen, oder? Wird hier bewusst über die Möglichkeiten kriminellen Handelns durch Ärzte hinweg gesehen, nur um den Fluss der Organspenden nicht zu behindern? Fakt ist, dass so mancher bemerkenswerte oder fragwürdige Fall im Rahmen der Organspende der Öffentlichkeit zum Teil viele Jahre vorenthalten wird, damit die Organspenden möglichst reibungslos weiterfließen.

Wieder stellt sich die Frage: Wie vertrauenswürdig kann das gesamte Verfahren der Organspende sein, wenn damit derart horrende Geldsummen verdient werden können? Wie kann pauschal Vertrauen in Ärzte gesetzt werden, die sich zu einem nicht unerheblichen Teil oder gar komplett auf Organspende spezialisiert haben?

Wie schwierig das ist, den beteiligten Ärzten an Organspende zu vertrauen und das die Feststellung des Todes der Spender in Europa längst nicht einheitlich ist, ja mittlerweile sogar zum Teil darüber nachgedacht und sogar schon praktiziert wird, Organspende mit Euthanasie zu verbinden, dass Fälle, die die angeblich so einwandfreie Diagnostik des Todes in Frage stellen, der Öffentlichkeit Jahrelang vorenthalten werden, davon berichtet ein WDR5-Radio-Feature:

(leider nur begrenzte Zeit nachzuhören)

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Autor: Charly

Wer bin ich? Kurz gefasst ein Mann, ’60er Baujahr, verheiratet in zweiter Ehe ohne Kinder. Seit 1978 bin ich bekennender Christ, nachdem ich ein Gotteserlebnis hatte. Bei den vielen Schubladen, die sich jetzt anbieten erschaffe ich eine neue und benenne mich als „leidenschaftlicher Christ“ oder „leidenschaftlicher Nachfolger Jesu“.

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