Reue – immer noch ein Thema

Reue
© Lucie Gerhardt / pixelio.de

In einem aktuellen Radio-Feature des WDR5 wird das Thema Reue zur Sprache gebracht. Anhand prominenter und unprominenter Beispiele wird aufgezeigt, dass Reue ein durchaus wichtiges Empfinden ist und in unserer Gesellschaft immer noch erwartet wird.

Unter dem Titel „Ach hätte ich doch…“ steht im Begleittext:
Was genau ist eigentlich „Reue“? Woran merken Außenstehende, ob Reue vorgetäuscht wird oder echt ist? Wann wird der Begriff moralisch benutzt und wie geht die Rechtswissenschaft mit dem Begriff der „tätigen Reue“ um?

Hier nur für begrenzte Zeit nachzuhören:

Es wird auch ein Psychologe zu dem Thema befragt – bezeichnenderweise aber kein Theologe. Da fragt man sich doch, wie es zu dieser Auswahl der Fachleute kommt. Ist Reue nicht ein zutiefst christliches, ja gar religiöses Thema?

Hat die Kirche / der Leib Christi ihre stärkste Botschaft der befreienden Reue und der Vergebung von Schuld in den Augen der Welt verloren? Auch in dieser Sendung klingt der Vorwurf an die Kirche an, dass mit dem Thema Schuld zuviel Machtmissbrauch verbunden wurde. Manche, auch christliche, Psychologen verwerfen mittlerweile sogar das Thema Schuld vollkommen und halten es für kontraproduktiv sich damit und den sich daraus ergebenden Gefühlen zu beschäftigen.

Ist Schuld und Reue im christlichen Rahmen wirklich auf die negativen Aspekte reduziert worden?
Immerhin wird auch in den Feature deutlich, dass die Gesellschaft immer noch tätige Reue erwartet. Die jüngsten Beispiele aus der Politik machen das deutlich. Vergebung wird meist dann gewährt, wenn spürbare Reue und Werke der Wiedergutmachung erkennbar sind.
Aber wo ist hier die revolutionäre Botschaft der Vergebung durch Gott geblieben? Warum schaut man bei dem Thema nicht mehr auf die christliche Botschaft?

Leben Christen die Freude der Reue vor Gott und Gottes Vergebung nicht sichtbar genug aus? Ja, sind diese Aspekte und die damit verbundene Freude der Erlösung den Christen selbst noch ein Begriff?

Was meinen Sie?

Advertisements

Autor: Charly

Wer bin ich? Kurz gefasst ein Mann, ’60er Baujahr, verheiratet in zweiter Ehe ohne Kinder. Seit 1978 bin ich bekennender Christ, nachdem ich ein Gotteserlebnis hatte. Bei den vielen Schubladen, die sich jetzt anbieten erschaffe ich eine neue und benenne mich als „leidenschaftlicher Christ“ oder „leidenschaftlicher Nachfolger Jesu“.

Ein Gedanke zu „Reue – immer noch ein Thema“

  1. die Sehnsucht nach Erweckung führt immer durch persönlichen Zerbruch, das ist meine Erfahrung. Ich glaube auch an die Eine Kirche und zwar in dem Sinne das jeder vom Heiligen Geist neugeborene Mensch ein lebendiger Stein im Tempel des Herrn ist. Wo diese „Steine“ sich nun örtlich aufhalten und und den Glauben leben ist wohl ein Grund das der Leib Jesu nicht im Großen zusamen kommt.

    Da Jesus die kleinen Anfänge hoch bewertet habe ich mich entschlossen bei jedem Menschen erst zu hören wo er steht und dem gegenüber die Gesprächsführung zu überlassen. Wenn dann jemand fragt warum ich mich „so und so“ verhalte, erkläre ich ihm warum.

    Meine Erfahrung ist das Menschen an den Traditionen aus ihrem Leben und den Lehren der Gruppierungen festhalten und sobald jemand in Leitung steht manchmal eine autoritäre Haltung zu Tage kommt die sofort eingreift wenn etwas zu Wanken droht am Lehrgebäude. Die menschlichen Strukturen werden als wichtiger angesehen als auf das wirken vom Heiligen Geist zu vertrauen und zu warten. Hierin liegt auch der Grund warum Erweckung durch Zerbruch geht.

    Bevor ich eine Einheit mit anderen Menschen erreiche muß ich sie erstmal kennenlernen und lieben lernen und das fällt mir oft sehr schwer, wenn mich deren Verhalten oder Worte verletzt haben.

    Ich sehe das Neue Testament nicht als neue „Thora“ mit neuen Gesetzen an denn ich erkenne eigentlich nur Drei Gebote im NT:
    1. Glaube an Jesus
    2. Glaube an das Wort Gottes
    3. Glaube an die Liebe
    (und deren praktische Handlung)wie im 1. Gebot der 10 Gebote

    Mein Defizit ist jedenfalls die mangelnde Beziehung zu Jesus, mangelnde Gebetszeiten und mangelndes Selbst/Gottesbewustsein.
    Ich befinde mich in einem Zusatnd des Mangels an meinem Suchtmittel und das ich ich es aufgegeben habe neu danach zu suchen (und nun öffne ich meine Herz) weil ich ?nicht mehr glaube? das es Sinn hat zu suchen obwohl ich weiss das: wer suchet der findet, als Zusage gemacht ist.
    Und während ich hier schreibe wird mir klar es mir wohl wie Petrus geht der den Herrn verraten hat und nun verzweifelt ist darüber und wieder zurückt geht in seine alten Beruf. Es ist wohl diese Traurigkeit die mich davon abhält den Herrn neu zu suchen.
    In diesem Sinne wünsche ich allen Christen mehr Traurigkeit über sich selber, als Ärger über die Fehler der anderen.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s