Bundespräsidentenamt und die Ehe

Joachim Gauck
Joachim Gauck
© Wikipedia – J. Patrick Fischer

Nun steht Joachim Gauck das zweite Mal zur Wahl zum Bundespräsidenten. Die Geschichte ist hinreichend bekannt und muss von mir nicht nochmal wiederholt werden. Damit ist allerdings verbunden, dass die Öffentlichkeit genauer auf Joachim Gauck und sein Leben schaut. Insbesondere nachdem es zu solch einem Eklat gekommen ist, weil man es versäumt hat dies beim letzten Bundespräsidenten vor der Wahl zu tun.

Derart sensibilisiert fallen Dinge auf, die zur Diskussion anregen. Neben mancher Äußerungen von J. Gauck in der Vergangenheit, die angeregte Diskussionen in der Zukunft versprechen, fällt auch der Blick auf die Frau, die an Gaucks Seite als sogenannte „First Lday“ mit ins Schloss Bellevue einziehen wird und ihn bei seinen Amtshandlungen und -reisen begleiten wird.

Zu dieser Frau, Daniela Schadt, kann ich nichts sagen. Ich weiß zu wenig von ihr und es geht mir mehr um die grundsätzliche Frage:

Passen Amt und ein Bundespräsident zusammen, der im Ehebruch lebt?
Ja ich weiß, meine Formulierung „Ehebruch“ geht weiter als die allgemein verwendete Formulierung „wilde Ehe“. Da J. Gauck aber immer noch verheiratet ist, lebt er defacto nicht in „wilder Ehe“ sondern im Ehebruch.  Da hilft auch keine wohlwollende Formulierung.

Kurze Zusammenfassung: J. Gauck heiratete 1959 und hat aus dieser Ehe vier Kinder. Seine Frau verließ ihn 1991 und sie wurden bisher nicht geschieden. Seit nunmehr 12 Jahren lebt J. Gauck in der Beziehung mit Daniela Schadt. Trotz seiner öffentlichen Ämter und dem wiederholten Kandidieren für das Amt des Bundespräsidenten sah J. Gauck bisher keine Veranlassung dazu, diesen Part seines Lebens zu regeln.

Die Diskussion über diese Eheverhältnisse sind angestoßen und verlaufen recht kontrovers.
Ich meine, diese Diskussion über das Thema ist mehr wie berechtigt. Selbst dann, wenn sich so manche (mehr oder weniger) bekannte Persönlichkeit derart äußert, dass dies der Allgemeinheit schlicht nichts angehen würde. Ja sogar die evang. Kirche, als ehemaliger Arbeitgeber des Pastor J. Gauck, äußert sich in dieser Art.
Zitat evangelisch.de: »“Das ist Gaucks Privatangelegenheit. Da haben wir uns nicht einzumischen“, sagt die evangelische Berliner Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein. Joachim Gauck sei ein Mensch, dem man keinen unsoliden Lebenswandel nachsagen könne. „Beide werden eine Entscheidung treffen, die gut ist und für sie stimmt. Darauf sollten wir vertrauen.“«
Diese aufgezeigte Toleranz ist spätestens hier eigentlich nicht mehr zu ertragen. Denn hier geht es nicht einfach um einen Politiker, hier geht es zusätzlich noch um einen Pastor a.D. der evang. Kirche. Gelten für diesen die biblischen Werte nicht mehr?

Anlässlich einer Teenieaffäre eines Hamburger Politikers äußerte ich mich hier bereits schon einmal dazu, dass Politiker durchaus eine Verantwortung als Vorbild haben. Zudem erwarten wir insbesondere vom Bundespräsidenten, dass er moralisch- ethische Werte vertritt und diese in der Politik anmahnt.
Wie wollen all die Menschen, die meinen das Eine hätte mit dem Anderen nichts zu tun, dies voneinander trennen? „Es käme nicht auf die Eheverhältnisse, sondern auf den Charakter an“ meinen so manche. Ja genau! Denn auch die Eheverhältnisse geben uns Auskunft über den Charakter eines Menschen. Daher ist beides eben nicht voneinander zu trennen. Es ist nicht veraltet und „von Gestern“ wenn man hier klare moralische Werte und Forderungen erhebt. Insbesondere, wenn es um einen Mann geht, der einmal Pastor war (warum auch immer, ob aus Überzeugung oder nur als Mittel zum Zweck) und nun das höchste Amt in unserem Land bekleiden will.

evangelisch.de: „Gauck selbst hatte vor der Wahl des Staatsoberhaupts 2010 angedeutet, im Fall seines Siegs wolle er heiraten. „Schnelle Heirat ist ausgeschlossen, spätere nicht unbedingt“, sagte er damals laut Medienberichten.“
Also was nun, möchte man laut fragen. Warum erst wenn er gewählt wird? Ist ihm Ehe und seine Liebe so wenig wert, dass er nur um eines Amtes Willen evtl. dazu geneigt ist sich scheiden zu lassen um dann erneut zu heiraten?

Mögen auch noch so viele in Häme über die Kritik an den Eheverhältnissen unseres zukünftigen Bundespräsidenten die Nase rümpfen und behaupten, dies alles gelte nicht mehr. Es bleibt, dass hier die Frage nach dem Umgang mit der Ehe eine äußerst berechtigte Frage ist. Wir mögen uns einbilden es wäre vollkommen egal ob unser Außenminister seinen „Mann“ mit auf Reisen nimmt oder unser Bundespräsident seine Geliebte (weil eben nicht geschieden!). Dennoch ist es nicht egal und wir müssen uns schon sehr dumm anstellen, um annehmen zu können, dies würde z.B. im diplomatischen Bereich keine Rolle spielen. Wir können nicht einerseits den Verfall der Familienwerte in unserer Gesellschaft beklagen und hier auf angebliche „Moralapostel“ schimpfen, die wichtige Werte hochhalten. Es ist nicht egal, ob unser Bundespräsident anhand seiner Eheverhältnisse die Frage aufwirft, ob ihm moralische und ethische Werte wichtig sind oder nicht. Wir können nicht einen Bundespräsident aus dem Amt heraus haben wollen, weil uns sein Umgang mit „Geschenken“ und Vorteilsgebungen von sogenannten „Freunden“ nicht gefallen, um dann beim nächsten Bundespräsidenten die Augen vor ähnlich schludrigen Umgang mit moralischen Werten zu verschließen.

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Autor: Charly

Wer bin ich? Kurz gefasst ein Mann, ’60er Baujahr, verheiratet in zweiter Ehe ohne Kinder. Seit 1978 bin ich bekennender Christ, nachdem ich ein Gotteserlebnis hatte. Bei den vielen Schubladen, die sich jetzt anbieten erschaffe ich eine neue und benenne mich als „leidenschaftlicher Christ“ oder „leidenschaftlicher Nachfolger Jesu“.

9 Kommentare zu „Bundespräsidentenamt und die Ehe“

  1. Sehr gut geschriieben und argumentiert, da haben Sie völlig recht.
    Christen sollen zu den Geboten Gottes stehen und diese auch öffentlich vertreten, sei es gelegen oder ungelegen!
    Andernfalls werden wir zu Verrätern an der Botschaft des Ewigen!
    Felizitas Küble

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  2. Ergänzungen: Vielleicht wissen Sie es schon, aber ich habe schon vor Wochen folgendes über den Mann J. Gauck gefunden, was in der ganzen Gauck-Euphorie unter den Teppich gekehrt wurde:

    Daniela Schadt ist nicht die erste Geliebte Gaucks, sondern in den 90er Jahren war er mit der Journaliststin Helga Hirsch liiert, die auch jetzt mit ihm zusammen seine Biographie geschrieben hat. Hier einige Quellen und auch noch dies und das, hoffe die Links funktionieren noch:

    …. gelöscht, Admin ….

    Mir geht die ganze Zeit nicht aus dem Kopf, wie sich wohl Frau Gauck fühlen mag, wenn sie nun ihren mann jeden Tag im Fernsehen sieht und er seine Bühne bekommt…

    Dann tröste ich mich damit, dass sie, solange sie mit ihm verheiratet ist, ja auch entsprechend finanziell versorgt werden muss. Gott hat das letzte Wort. Aber als Signal für die Menschen, besonders für die Jugend ist es fatal.

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    1. Hallo,

      ihre Recherchen werfen sicherlich ein ergänzendes Licht auf die Person J. Gauck. Aber mein Anliegen ist hier nicht die schmutzige Wäsche von J. Gauck zu waschen oder zu präsentieren, sondern die Frage zu stellen, wie unsere Gesellschaft allen Ernstes annehmen kann, dass die familiäre Situation und die moralisch-ethische Haltung eines „Pastors“ und Bundespräsidenten zur eigenen Ehe keinen Einfluss oder Bedeutung für das höchste Amt in Deutschland haben könnte.
      De facto haben wir mit Bundespräsident Gauck eine Situation die im Mittelalter bis zuletzt zu den Zeiten Napoleons möglich war, als Fürsten unverhohlen ihre Mätressen mit zu Regierungsveranstaltungen genommen haben. (Nachzulesen auf Wikipedia.) Mich widert es an, wenn der Bundespräsident Gauck, als Repräsentant Deutschlands bei offiziellen Terminen seine Geliebte vorzeigt und diese sogar noch von unserem Staat dazu mit Finanz- und Personalmitteln ausgestattet wird.
      Wir wollen nicht hoffen, dass der Fall eintritt. Aber wie wird denn bitte unser Staat damit umgehen wollen, wenn J. Gauck mitten in seiner Amtszeit seine Geliebte wechselt? Haben wir dann von Jetzt auf Gleich eine neue „First Lady“ im Amt oder haben wir dann zwei oder wie soll das gehen? Wer nun abwinken will und diesen Gedanken für abwegig hält, muss sich vorhalten lassen, dass wir jetzt schon keine Ehefrau, sondern eine Mätresse an der Seite des Bundespräsidenten haben.

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  3. Geliebte des Bundespräsidenten und die Fürstin von Monaco…
    dass wir einen Bundespräsidenten mit Geliebter, die öffentlich auftritt, haben, ist für viele „Normalbürger“ schlicht und einfach ein Skandal.
    Wo bleiben die journalistischen „Saubermänner“ der Nation? Hat es ihnen die Sprache verschlagen, sind sie auch noch auf einem Auge blind oder haben sie ihr „Pulver“ bei der Hatz auf den Altbundespräsidenten verschossen? Der amtierende Bundespräsident ist im Vergleich zum Vorgänger, Herrn Wulff, keinen deut besser.Für den Vorgänger sprach ganz besonders sein jugendlicher Charme und die, juristisch bestätigte, untadelige Amtsführung.

    Edda Taylor

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    1. Hallo Edda,
      da kann ich nicht übereinstimmen. Gauck ist im Vergleich zu Wulff eine um Klassen besser Wahl! Wulff war lediglich ein Mann, der den pers. Vorteilen des Amts sehr zugetan war, ansonsten aber eher nicht durch herausragende intellektuelle Fähigkeiten auffiel. Auch wenn ich Gaucks Verhalten bzgl seiner Ehe und seiner Geliebten klar kritisiere, so hat er bis jetzt schon weitaus mehr Charakter, mehr Verstand und Profil bewiesen als unser Bundesschmarotzer Wulff.

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  4. Immer wenn ich sehe, daß der Bundespräsident seine Lebensgefährtin öffentlich präsentieren darf trotzdem er noch eine Ehefrau hat, frage ich mich, wer für diese die Kosten trägt. Erhält sie vielleicht sogar vom Staat Gelder als First Lady? Ich finde, daß sie bei öffentlichen Auftritten des Bundespräsidenten nichts zu suchen hat! Es ist eine wilde Ehe, die nicht in die Öffentlichkeit gehört, wo bleibt die Moral?

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    1. Hallo Charlotte,
      Daniela Schadt bekommt keine eigenen Bezüge durch den Staat, ihr wird, aufgrund ihrer Repräsentationsaufgaben, dennoch ein Büro und zwei Mitarbeiter gestellt. So meldete es zB die Waz

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  5. Hallo, Charly! Welche Repräsentationsaufgaben hat denn die Frau Schadt zu erbringen, wenn sie nur ein Verhältnis mit dem Bundespräsidenten hat, welches Recht hat sie auf Büro und Mitarbeiter! Wurde von BPGauck auch das Leben so durchforscht wie es bei Christian Wulff getan wurde? Die Lebensweise des neuen BP ist doch so auch nicht zu akzeptieren. Er mutet doch mit der Frau Schadt uns allerhand zu. Ich finde, die könnte eine Wohnung in Berlin haben, auf keinen Fall aber bei dem BPräsidenten wohnen. Hoffentlich wird in Deutschland nicht einmal noch eine Bigamie erlaubt sein, weit weg ist es ja so nicht, wenn ein Bundespräsident uns so etwas vorlebt.

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    1. Wie wir es beobachten können, übt Frau Schade all die Repräsentationsaufgaben aus, die üblicherweise vom Ehepartner des Bundespräsidenten ausgeübt werden.
      Das Leben von J. Gauck wurde sicherlich deutlich besser angeschaut, wie man es bei Wulff getan hat.
      Ich habe es ja in meinem Beitrag geschrieben, dass ich die Lebensweise in Bezug auf Ehe, die von J. Gauck vorgelebt wird, nicht gutheißen kann. Dennoch werden wir damit leben müssen, dass ein großer Teil unserer Gesellschaft das akzeptiert und / oder ignoriert.
      Das nun in D zukünftig Bigamie erlaubt werden könnte, weil Gauck so mit seiner Geliebten lebt, ist eher abwegig.

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