Salafisten in Mönchengladbach VI

© Charly Lücker

Am heutigen Sonntag hat der NDR in seiner Sendereihe „Lebenswelten“ einen hörenswerten Beitrag über die Salafisten gebracht. Unter dem Thema: „Mohammeds treue Truppe“ kann man einen Beitrag hören, der sich sachlich mit der Frage auseinandersetzt, wer die Salafisten sind und wie man sie einschätzen sollte.

(25.05Min – leider nur für eine begrenzte Zeit im Netz verfügbar)

In diesem Beitrag wird keineswegs verschwiegen, dass sich gewaltbereite Extremisten durchaus durch die ebenso extrem konservativen Ansichten der Salafiten angezogen fühlen. Es wird aber auch aufgezeigt, dass Salafisten nicht durchweg gewaltbereit sind oder einer Gewaltbereitschaft zusprechen.
Aufgezeigt wird auch, dass diese muslimische Gruppierung sich selbst unter den Muslimen abgrenzt und damit isoliert. Das ist unter Christen in ähnlicher Weise bei extrem evangelikalen Gruppierungen zu finden. Mir scheint aber, dass der Dialog unter den Evangelikalen besser funktioniert. Eben weil der Dialog, trotz aller Differenzen, weiter geführt wird. Einer der Kernsätze der Reportage findet sich für mich gegen Ende: „Vereine kann man verbieten, die Menschen aber bleiben.“ Das sollte sich so manche Bürgerbewegung immer klar machen.

Währenddessen gibt es in Mönchengladbach offensichtlich kein Vorankommen. Immerhin aber bisher auch keine weiteren Ausschreitungen.
Das mag daher kommen, dass die Salafisten sich im Moment auf Dormagen konzentrieren, was auch wieder von der Presse (besonders einem Ableger der RP) kritisch beobachtet wird.

Aber auch daher, dass der Leiter der Bürgerinitiative „Bürger für Mönchengladbach“ sich seinem eigenen Blog und evtl. der angestrebten Parteigründung konzentriert. Auf diesem Blog kann man sehen, dass W. Schultz offensichtlich jede nüchterne Perspektive verliert und die Salafisten nun mit allen islamischen Ausschreitungen in Verbindung setzten möchte. Zuletzt auch mit den Ausschreitungen und Morden bei den Protesten gegen die Koranverbrennung des ebenfalls offensichtlich fanatisierten evangelikalen Prediger Terry Jones. Von dessen Aktivitäten distanzieren sich auch die evangelikalen Christen weltweit – was ich hier ebenfalls bereits getan hatte.

W. Schultz sammelt auf seinem Blog jede Menge Presseberichte, ohne aber eine Diskussion darüber zuzulassen. Selbst verfasste Beiträge sind dort eher selten zu finden. Wenn solche zu finden sind, fällt der extrem fanatische Sprachgebrauch auf, der auch auf seinen Kundgebungen zu hören ist. So spricht er von der Demo der BI am Sa. 26.März als der „mächtigsten Demonstration seit Menschengedenken in Mönchengladbach“ und „Größte Demo der Stadtgeschichte“, was mit der Realität überhaupt nichts zu tun hat, aber einen Einblick in die Gedankenwelt des W. Schultz erlaubt.
Wie mir nun berichtet wurde, neigt W. Schultz auch vereinzelt dazu kritische Kommentare in seinem Sinn umzuschreiben, so dass sie dort dann als unkritische Zustimmung zu finden sind. Andere Kommentare scheint er erst gar nicht zuzulassen. Mir scheint, dies ist einer der Hinweise, wie W. Schultz Fakten und Ansichten seiner höchstpersönlichen Wahrheit anpasst.
Ich kann mir auch gut vorstellen, dass er eine ganze Anzahl sehr angriffiger Kommentare dort erhält – was letztlich bei dem Klima, welches zwischen BI und Salafisten vorherrscht kaum verwunderlich sein sollte.

Von dem notwendigen Dialog zwischen Bürger und Salafisten in Mönchengladbach ist weiterhin noch nichts zu sehen. Hoffen wir, dass sich das bald ändert.

Fortsetzung

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Autor: Charly

Wer bin ich? Kurz gefasst ein Mann, ’60er Baujahr, verheiratet in zweiter Ehe ohne Kinder. Seit 1978 bin ich bekennender Christ, nachdem ich ein Gotteserlebnis hatte. Bei den vielen Schubladen, die sich jetzt anbieten erschaffe ich eine neue und benenne mich als „leidenschaftlicher Christ“ oder „leidenschaftlicher Nachfolger Jesu“.

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