Gewalterfahrung von evangelikalen Kindern

Schatten eines Kindes
© Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Eine neue Studie macht die Runde.
Eine Studie des Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen e.V. über: „Kinder und Jugendliche in Deutschland : Gewalterfahrungen, Integration, Medienkonsum.
Der Kriminologe Prof. Christian Pfeiffer berichtet nun in Talkshows und Interviews folgendes: (Hier bei Tachles – Talk am roten Tisch)
„Ich kann gut verstehen, wenn Zuschauer sagen, Religion habe mit Gewalt nichts zu tun. Wir haben ein Gegenbeispiel gefunden, das uns sehr erschrocken hat. Innerfamiliäre Gewalt haben wir untersucht, bezogen auf Religiosität. Den schlimmsten Zusammenhang haben wir bei den freikirchlichen Gemeinden Deutschlands gefunden. Je religiöser die Familien sind, desto mehr verprügeln sie ihre Kinder. Wenn wir die vergleichen, die als Freikirchler Religion nur als Lebensdekoration sehen, mit denen, die tiefgläubig sind, fällt auf: Nur 27 Prozent der Kinder aus den tiefgläubigen Familien werden gewaltfrei erzogen. 73 Prozent dieser Kinder werden geschlagen, entgegen der Abschaffung des elterlichen Züchtigungsrechts im Jahr 2000.

Es gibt keine andere Gruppe, auch nicht bei den Muslimen, die so häufig bei der Erziehung zum Schlagen Zuflucht nimmt, wie das bei diesen Evangelikalen der Fall ist.“
Die Grundlage dieser Aussage ist die genannte Studie, die hier einzusehen ist.

Grund genug sich diese Studie mal genauer anzusehen.
Es ist eine repräsentative Studie, die unter anderem auch nach Gewalterfahrungen im Elternhaus gefragt hat. Befragt wurden 44.610 (neunte Jahrgangsstufe) und 8.000 (vierte Jahrgangsstufe) Kinder in 61 zufällig ausgewählten Landkreisen bzw. kreisfreien Städten. Dort findet man auf Seite 52 des ersten Forschungsberichts (Pdf-Datei) folgendes:

Die Kinder konnten auf der folgenden Graphik zweimal ankreuzen, was sie erlebt haben. Zum einen ihre Erfahrung bis zu ihrem 12ten Lebensjahr (Kindheit) und die Erfahrung in den letzten 12 Monaten.
Zu beachten ist hier die Abstufungen, die in den Aussagen von Prof. Christian Pfeiffer in den Interviews anscheinend kaum bis keine Rolle mehr zu spielen scheinen. Meiner Meinung nach sind die Kategorien unter „leichte Gewalt“ eher fragwürdig in ihrer Aussage. Was bedeutet genau „hart angepackt oder gestoßen“? Auch ein Schubser, wenn das Kind störrisch auf die Aufforderung reagiert, z.B. sein Zimmer aufzuräumen? Oder was bedeutet „mit einem Gegenstand geworfen“ genau? Gibt es z.B. einen Unterschied zwischen einem kleinen Kissen und einem Kristallaschenbecher?
Offensichtlich ist jedenfalls, dass die Beurteilung der Gewalterfahrung und die Einstufung als solche völlig den Kindern überlassen wurde. Das wird relevant, wenn Prof. Christian Pfeiffer in seiner Wortwahl die Worte „desto mehr verprügeln sie ihre Kinder“ wählt. Ab wann beginnt für Prof. Christian Pfeiffer „verprügeln“? Schon beim Kissenwerfen?
Wie variieren diese Angaben konkret bei den Kindern von evangelikalen und streng muslimischen Eltern eigentlich?

Ich habe in der Studie auch noch nicht den Part gefunden, wo der Wahrheitsgehalt der Angaben der Kinder überprüft wurde. Das mag allerdings eine Rolle spielen, wenn man z.B. das Ehrverständnis in streng muslimischen Familien hinzuzieht und fragt, ob Kinder mit diesem Ehrverständnis ihre Angaben in der Studie variiert haben könnten. Ebenso wird Gewalt von Kindern aus gewalterfahrenen Familien anders beurteilt, als von Kindern aus sehr behüteten Familien, usw.

Die Antworten der Kinder ergaben zunächst einmal folgendes Bild:
Ich habe noch nicht herausgefunden warum die Summen beide male mehr wie 100% ergeben. Möglicherweise war es möglich, mehr wie ein Kästchen anzukreuzen.

Als ein Beispiel für evangelikales Erziehungsverständnis führt Prof. Pfeiffer folgendes immer wieder an: „Es gibt ein Erziehungsbuch dieser Evangelikalen, das 4000-mal in Deutschland verkauft worden ist. Inzwischen ist es verboten worden.“ Ich habe bisher nicht erfahren können um welches Buch sich dabei konkret handelt. Dennoch habe ich in einem Radiointerview ein Zitat daraus gehört – auch ohne konkrete Quellenangabe.
Wie repräsentativ mag wohl dieses, inzwischen verbotene, Buch wohl für ein evangelikales Erziehungsverständnis sein? Mir scheint es so zu sein, dass hier maximal eine echte Minderheit unter Evangelikalen gemeint sein kann. Denn nach meinen bescheidenen Kenntnissen ist auch evangelikale Erziehungsliteratur überwiegend von gewaltfreier Erziehung geprägt. (Evtl. können einzelne Leser dieses Blogs mehr dazu sagen?)

Interessant wird es, wenn wir die Ergebnisse der Studie in Bezug auf die Gewaltbereitschaft der Jugendlichen selbst hinzuziehen, derzufolge bei jungen Muslimen die Gewaltneigung bei wachsender Frömmigkeit zunimmt, während junge Christen desto friedlicher werden, je religiöser sie sind.
Das ist in dem zweiten Forschungsbericht (Pdf-Datei) ab Seite 105 nachzulesen.

Was also ist das Ergebnis der anscheinend doch unterschiedlich ausgerichteten Erziehung bei Evangelikalen und streng muslimischen Familien? Zumindest wurde hier schon einmal eine recht relevant unterschiedliche eigene Gewaltbereitschaft der Jugendlichen selbst festgestellt.
Prof. Pfeiffer schließt hier unter anderem auf die unterschiedliche Bewertung der Stellung des Mannes und ein daraus resultierendes „Machogehabe“.  Also offensichtlich hat es etwas mit den vermittelten Werten zu tun.
Heißt es aber nicht immer wieder so gerne wie platt: Gewalterfahrungen in der Erziehung führt zu Gewaltbereitschaft der Kinder? Stimmt das jetzt nach dieser Studie dann doch nicht?

Wieder einmal zeigt sich mir, dass man nicht alles so einfach glauben sollte, was uns in den Medien zu Studien und deren Ergenissen präsentiert wird. Diese Fragestellung ist sicherlich interessant und muss uns Christen interessieren. Doch offensichtlich brauchen wir da noch weitere Studien, deren Ergebnisse dann etwas deutlich neutraler dargestellt werden sollten. Immerhin ist von Prof. Pfeiffer angekündigt worden, dass demnächst die Ergebnisse der Studie in Bezug auf die Glaubenshintergründe der Kinder veröffentlicht werden sollen.

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Zu den neuen, in 2013 erhobenen Behauptungen durch die KFN über die angebliche Gewalt gegenüber Kindern aus freikirchlichen Hintergrund, siehe meine unten stehenden Kommentare.

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Autor: Charly

Wer bin ich? Kurz gefasst ein Mann, ’60er Baujahr, verheiratet in zweiter Ehe ohne Kinder. Seit 1978 bin ich bekennender Christ, nachdem ich ein Gotteserlebnis hatte. Bei den vielen Schubladen, die sich jetzt anbieten erschaffe ich eine neue und benenne mich als „leidenschaftlicher Christ“ oder „leidenschaftlicher Nachfolger Jesu“.

7 Kommentare zu „Gewalterfahrung von evangelikalen Kindern“

  1. An die Facebook-User:
    Ich freue mich sehr über die vielen Besuche die z.Zt. von Facebook aus kommen. Mag mir Jemand verraten, wo auf Facebook mein Artikel diskutiert wird?
    – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –
    Laut Medienmagazin pro handelt es sich um folgende Erziehungsratgeber:
    (Der Artikel ist durchaus lesenswert!)
    Zitat:
    „Die Zeitung berichtet zudem von zwei Büchern mit Anleitungen zur Züchtigung des Nachwuchses, deren Autoren evangelikale Christen in den USA seien. Von dem Buch „Wie man einen Knaben gewöhnt“ und dessen Nachfolger von Michael und Debi Pearl habe die Europäische Missionspresse in Heidelberg in den vergangenen drei Jahren rund 4.000 Exemplare verkauft. Darin wird empfohlen, zuerst zu beten, und dann die Rute anzuwenden. „Das Kind sollte die Rute an ihrem ganzen ruhigen, überlegten und beherrschten Geist kommen sehen…“, heißt es da. Als „Instrumente der Liebe“ bezeichnen die Autoren die Rute, und empfehlen, niemals mit der Hand zu schlagen, denn das sei ein Ausleben elterlicher Frustration. Im Ratgeber „Eltern – Hirten der Herzen“ stellt US-Pastor Tedd Tripp klar: „Wenn dein Kind nicht gehorcht, muss es diszipliniert werden“. Nach der Bestrafung solle das Kind jedoch auf den Schoß genommen und umarmt werden.“
    und weiter:
    „Vertreter evangelikaler Organisationen und Einrichtungen distanzierten sich von derlei Literatur. Helmut Wegner, Leiter des Kinderheims Elisabethstift in Berlin, einer Jugendhilfeeinrichtung im Diakonischen Werk. Diese gilt als der evangelikalen Szene nahestehend. Wegner sagte der SZ: „Ich befürchte, dass einzelne Bibelstellen aus dem biblischen Zusammenhang herausgerissen werden und dadurch eine Fehldeutung erleben.“ Der Geist des Neuen Testamentes rechtfertige keinerlei körperliche Züchtigung. Auch Wilhelm Faix, Vorsitzender der Konferenz Bibeltreuer Ausbildungsstätten (KBA), rät vom Buch „Eltern – Hirten der Herzen“ ab. „Die Berufung auf die Bibel, mit der Rute zu züchtigen, setzt ein bestimmtes hermeneutisches Schriftverständnis voraus, dem ich so nicht zustimmen kann, obwohl ich auch eine evangelikale Theologie vertrete“, sagte Faix gegenüber der SZ.“

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  2. Lieber Charly,

    eines sollte man aber nicht vergessen: Das Problem ist in der Szene vorhanden. Man sollte die Kritik ernst nehmen und nicht gleich wegbeissen… Erst im April 2010 hatte idea-Spektrum ein „Pro und Contra“ (!!!!) zur Frage, ob man seine Kinder schlagen dürfe, im Blatt. Damals schrieb Wolfgang Bühne aus Meinerzhagen ein „Pro“, in dem er sich zumindest unter bestimmten Umständen auch für die körperliche Züchtigung von Kindern aussprach. – Wenn selbst bei idea noch Leute zu Wort kommen, die sich für das Prügeln aussprechen, wie mag es dann erst in den Gemeinden an der Basis aussehen?

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    1. Hallo Einarsen,

      wenn du bitte nochmal den letzten Absatz meines Postings nachliest, dann wirst du finden, dass ich durchaus meine, dass uns Christen dieses Thema interessieren muss.
      Zitat: „Diese Fragestellung ist sicherlich interessant und muss uns Christen interessieren.“
      In der Reaktion aus freikirchlichen Kreisen und der tatsächlich überwiegend angebotenen evangelikalen Literatur zu Erziehungsfragen ist aber schon deutlich zu sehen, dass auch unter Evangelikalen im hohen Maße die gewaltfreie Erziehung favorisiert wird.

      Allerdings bin ich auch der Meinung, dass diese z.Zt. propagierte „gewaltfreie Erziehung“ zum einen nicht wirklich gewaltfrei ist und zum anderen ebenso neu hinterfragt werden muss. Das ist ein schwieriges und längst nicht ausdiskutiertes Thema. Daher sind solche Studien – wenn sie unvoreingenommen ausgewertet werden – durchaus wichtig und müssen uns interessieren.
      Das die „gewaltfreie Erziehung“ nicht wirklich gewaltfrei ist, führt z.B. die „Supernanny“ im TV immer wieder einem interessierten Publikum vor. Was auch den Effekt hat, dass weiter über die richtige Art der Erziehung diskutiert wird. Angenommen man wüsste Heute soviel besser Kinder zu erziehen, sollte sich das auch im Ergebnis ablesen lassen. Aber ist das Ergebnis dieser Erziehung tatsächlich soviel besser?

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  3. Ein Beitrag auf WDR5 beleuchtet die andere Form von Gewalt, die nicht oder kaum statistisch zu erfassen ist.

    Es gibt kein Entrinnen
    Audiofile – nur begrenzt verfügbar.

    Zitat WDR:

    „Es gibt kein Entrinnen“ – seelische Gewalt in der Erziehung – Psychoterror gegenüber dem eigenen Kind
    Kinderseelen können auf vielfältige Art gequält und gebrochen werden. Die offensichtlichste und meistens gut hörbare und fühlbare sind Schläge, Ohrfeigen, ist körperliche Gewalt. Doch eine andere Möglichkeit, Kindern das Vertrauen zu nehmen, sie zu verstören, kommt auf leisen Sohlen angeschlichen. Es ist der Psychoterror, der in Familien ausgeübt werden kann. Der Liebesentzug. Der wegen Nichtigkeiten verhängte Hausarrest. Das bestrafende Schweigen. Seit zehn Jahren ist es gesetzlich nicht nur verboten, Kinder körperlich zu züchtigen. Sie dürfen auch nicht mehr seelisch verletzt oder anderweitig entwürdigend behandelt werden. Doch soll so etwas kontrolliert werden? Wer registriert schon eine Beschämung, eine Herabsetzung des Kindes? Ingrid Müller-Münch hat sich bei heutigen Erwachsenen umgehört, die als Kind in ihren Familien einen Umgang erlebten, den sie als seelische Grausamkeiten und psychische Misshandlungen empfanden.

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  4. Heute ist diese Studie wieder in den Medien und wird als „neue Studie“ verkauft. Übertitelt werden diese Meldungen mit z.B.auf evangelisch.de:

    In freikirchlichen Familien erleiden Kinder nach Untersuchungen des Kriminologen Christian Pfeiffer mehr Gewalt als in anderen Familien.

    Dort wird auch bestätigt:

    Grundlage der Befunde sind Befragungen des von Pfeiffer geführten Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen in den Jahren 2008 bis 2011 unter 23.500 deutschen Jugendlichen aus Nicht-Akademikerfamilien, die einer christlichen Gemeinde angehören.

    Wie man leicht nachvollziehen kann: Das ist mal wieder nur Halbwahrheit und so schlicht falsch!Die Studie war zwischen 2007 und 2008 und nicht 2008 bis 2011. Auf der Homepage der KFN ist auch keine neue Studie zu finden.

    Sollt nicht in den nächsten Tagen tatsächlich eine wirklich neue Studie der KFN herausgegeben werden, kann man diese neuerliche Meldung über die angebliche Gewalt in der Erziehung unter Freikirchen als Schundjournalismus bezeichnen. Hier wird etwas als neu verkauft, was bereits seit drei Jahren bekannt ist und – wie oben in meinem Artikel nachvollziehbar – so aus der Studie nicht gezogen werden kann.

    Dementsprechend protestiert die Vereiningung Evangelischer Freikirchen gegen diese Meldung.

    In einer ersten Reaktion haben führende Vertreter der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) scharfe Kritik an verallgemeinernden Aussagen in einer heute vorgestellten Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KfN) geäußert und den Einsatz der VEF-Mitgliedskirchen für das Kindeswohl hervorgehoben. …
    VEF-Präsident Ansgar Hörsting betonte, gewaltfreie Erziehung sei in der VEF Konsens, und in den Mitgliedskirchen gebe es zahlreiche erfolgreiche Projekte, die sich für das Kindeswohl und gegen jede Form von Gewalt und Missbrauch an Kindern einsetzen: „Die von Prof. Pfeiffer in Interviews vorgetragenen Beispiele für gewaltsame Erziehung sind uns zutiefst fremd.“

    Zudem, so Hörsting weiter, sei die „freikirchliche Landschaft in Deutschland viel zu heterogen, als dass man alle Freikirchen über einen Kamm scheren“ könne. Peter Jörgensen, Beauftragter der VEF am Sitz der Bundesregierung, hob das Interesse der Vereinigung an differenzierten Ergebnissen hervor: „Seit Jahren bieten wir dem Institut unsere Kooperation an.“ Kurz vor der Veröffentlichung habe das KfN versprochen, für die notwendige Differenzierung zu sorgen, doch die Zusage sei nicht eingehalten worden: „Uns ist eine differenzierte Forschung vor allem deshalb so wichtig, weil diese dazu beitragen würde, tatsächlich an den richtigen Stellen Maßnahmen zu ergreifen, um Kinder vor Übergriffen zu schützen. Dies ist aber anscheinend nicht vorwiegendes Interesse des KfN. Prof. Pfeiffer ist bekannt für zugespitzte Thesen. Das schadet allerdings dem Anliegen, basierend auf soliden und seriösen wissenschaftlichen Ergebnissen gemeinsam etwas gegen häusliche Gewalt zu unternehmen.“ …
    Auch BEFG-Präsident Hartmut Riemenschneider kritisierte die verallgemeinernden Aussagen der Studie und wandte sich ausdrücklich gegen eine „unpräzise Begrifflichkeit“. So werde „evangelisch-freikirchlich“ in der Forschungsarbeit als Synonym für alle evangelischen Freikirchen verwendet, was schlicht falsch sei: „Es handelt sich nicht um einen Gattungsbegriff, sondern um einen Wortlaut aus dem Namen des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, einer Körperschaft, die sich ebenso wie alle VEF-Mitgliedskirchen von den beschriebenen gewaltsamen Erziehungspraktiken ausdrücklich distanziert.“

    Ich bin gespannt, ob noch neue Veröffentlichungen der KFN kommen. Es würde mich aber überhaupt nicht wundern, wenn nicht.

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  5. Die chr. Zeitschrift Pro brachte auch einen ausführlicheren Artikel zum Thema. Darin wurde ebenfalls aufgezeigt, dass die vorgebrachten Studien diese Behauptungen nicht rechtfertigen.
    Dort wurde auch angegeben, dass eine Studie des KFN über sex. Missbrauchserfahrungen aus dem Jahr 2011 mit eingeflossen wäre. Diese habe ich mir heruntergeladen und durchgeschaut. Dort wird Gewalterfahrung, welche nicht ausdrücklich eine sex. Ausrichtung hatte, garnicht erfragt! Zudem liegt der dort angegebene Anteil der Befragten aus freikirchlichen Hintergrund bei (sage und schreibe) 1,6% der Befragten. Das heißt konkret: von 11428 Personen waren 184 mit freikirchlichen Hintergrund. Repräsentativ und Aussagekräftig genug um solche steilen Aussagen zu formulieren? Nein, auf keinen Fall!
    Die KFN stellt hier sehr eklatante Behauptungen auf, bleibt aber einen halbwegs seriösen Beweis schuldig. Es wird beständig auf angebliche Ergebnisse von eigenen Studien verwiesen, aber diese angeblich herausgefundenen Details werden von der KFN nicht veröffentlicht. Ergo: Diese Aussagen sind solange nur als billige Propaganda einzustufen, bis nachvollziehbare Belege dafür der Öffentlichkeit vorgelegt werden.

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