Demokratischer Kindergarten?

Reichstag
© kiPiX / pixelio.de

Die Bundespräsidentenwahl ist im dritten Wahlgang. So sehr das auch zu erwarten war, dies zu beobachten läßt mich ratlos den Kopf schütteln. Was da an Gezänk und Streitigkeiten, Parteitatktiken und Kommentaren zu hören ist, erscheint unfassbar.

In der letzten Zeit erscheint mir unsere Regierung mehr und mehr in wenig hilfreichen Aktionen festzuhängen. Nicht zuletzt wegen dem kleinen Regierungspartner FDP, der längst vom Wähler eindeutig abgemahnt ist. Umfragen ergeben seit Wochen sinkende Zustimmung – heute sogar schon unter 5%. Kein Wunder, betrachtet man das unsoziale, offensichtlich auch teils recht unprofessionelle Auftreten dieser Partei. Es erscheint mir offensichtlich zu sein, dass die FDP in den ganzen Jahren Opposition die tatsächliche Regierungsfähigkeit eingebüßt hat. Nur leider wollen sie selbst dies nicht sehen.

Schaut man zurück, so erscheinen die Maßnahmen in der Wirtschaftskrise zum Teil auch nur Augenwischerei zu sein. Die so erfolgreiche „Abwrackprämie“ schlägt, wie zu erwarten war, jetzt bitter zurück. Der Automarkt – insbesondere der Gebrauchtwagenmarkt – hat echte Probleme. Die Werkstätten haben ebenso Auftragsprobleme, weil ein wichtiges Segment Gebrauchtwagen im letzten Jahr schlicht verschrottet wurde. Langfristiger Erfolg einer Aktion, die vor Wahlen einfach nur Stimmen sichern sollte? Nicht vorhanden, eher weiterer Schaden.

Der Gesundheitsminister kann sich nicht von einer völlig unsozialen und mehrfach abgelehnten „Kopfpauschale“ verabschieden. Ein Außenminister profiliert sich immer wieder auf Kosten der sozial Schwachen. Ein Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Dirk Niebel spielt sich als Weltverbesserer auf, MdB’s der Linken profilieren sich als „Friedensaktivisten“ und outen sich lediglich als „nützliche Idioten„, die sich vor einen antiisraelischen Karren spannen lassen (so Welt-online), etcpp.

Die Wut in Berlin ist groß auf die sogenannten „Abweichler“. Das sind Minister, die sich ganz nach demokratischen Selbstverständnis nicht so einfach einem Parteiendruck beugen. Diesen spreche ich allerdings meine Anerkennung aus. Wenigstens sind das Minister, die verstanden haben, dass Parteiklüngel uns nicht weiterbringt. Statt dass jetzt die Hatz auf diese Demokraten losgeht, wie wäre es für die Parteiführer mal über vernünftige Politik nachzudenken?

Ich bin nur ein einfacher Bürger in unserem Land. Aber das was sich uns hier in den letzten Monaten bietet ist ein schlichtes Trauerspiel. Die Herausforderungen an die Politik sind zur Zeit immens hoch. Es stünde einer Regierung aber gut zu Gesicht, wenn sie an manchen Punkten schlicht zugeben würde auch keine wirklichen Lösungen zu haben aber ihr bestes zu geben, statt sich in solchen Parteiengezänk, Stimmenfang beim Volk und solch unerquicklichen Trauerspielen zu ergehen.

Wir brauchen eine funktionierende Politik, die im Sinne des Volkes handelt und nicht Wasserträger von Interessengruppen und Wirtschaft. Ob das irgendwann in Berlin ankommen wird?

Unser Land und unsere Politiker brauchen das Gebet der Christen. Aber ebenso sollten sich Christen auch mehr (zB über Blogs im Internet) zu Wort melden. In diesem Sinne: Ora et labora.

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Ps.: Nun wurde Wulff, wie zu erwarten war, als Bundespräsident gewählt. Für mich als Christen in so weit interessant, da er auch bei „Pro Christ“ unterstützend tätig ist. Immerhin wieder ein Bundespräsident mit klarer, christlicher Überzeugung. Schauen wir, was das ausmachen wird.
Dazu direkt an die Leser, die nur über Halbwissen darüber verfügen: Nein, „Pro Christ“ ist keineswegs eine rechte evangelikale Vereinigung, die übelste Ziele hätte. „Pro Christ“ ist ein Zusammenschluss überzeugter Christen, die keinen Hehl daraus machen, dass sie ihren Glauben für alle Menschen wichtig finden.

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Autor: Charly

Wer bin ich? Kurz gefasst ein Mann, ’60er Baujahr, verheiratet in zweiter Ehe ohne Kinder. Seit 1978 bin ich bekennender Christ, nachdem ich ein Gotteserlebnis hatte. Bei den vielen Schubladen, die sich jetzt anbieten erschaffe ich eine neue und benenne mich als „leidenschaftlicher Christ“ oder „leidenschaftlicher Nachfolger Jesu“.

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