geschickte Gebete

Schickt mir keine Gebete oder gute Gedanken
Immer wieder kommt es vor, dass wohlmeinende Christen anderen zusagen, ihnen „ein Gebet“ oder „einen guten Gedanken“ zu schicken. Damit wollen sie Trost und Stärkung leidenden Menschen zusprechen. Keine Ahnung, was diese damit nun eigentlich konkret meinen. Postkarten oder Briefe mit netten Sprüchen oder Gebeten, meinen sie jedenfalls nicht. Wie es nach Nachfrage meinerseits aussieht, wissen die „Abschicker“ oft auch nicht, was sie damit wirklich meinen.

Es ist aber leicht nachvollziehbar, woher solche Vorstellungen kommen. Eben nicht aus dem christlichen Glauben, sondern aus der Mystik und Esoterik. Damit ist die Vorstellung verbunden Menschen könnten anderen Menschen „positive Energien“ per Gedanke oder Gebet zuschicken. Um so verwunderlicher, wenn Christen solche Ansichten pflegen.

Gebet ist keine mystische Kraft und löst auch keine solche aus
Zumindest wenn wir nach der Bibel gehen, hat Gebet an sich keinerlei mystische Kraft. Das Gebet für sich genommen ist hier im biblischen Glauben zunächst Besinnung, Meditation und vor allem anderen: eine direkte Ansprache an unseren Gott. Wobei streng genommen die Bibel schon deutlich zwischen der persönlichen Besinnung, Meditation und dem Gespräch mit Gott unterscheidet. Kein Wunder, handelt es sich beim Gebet doch im besten Fall um einen konkreten Dialog zwischen Gott und Mensch. Im ungünstigsten Fall wendet sich der Betende in der sicheren Hoffnung gehört zu werden mit seinem Anliegen an Gott.

Gebete ohne Gegenüber
Mich wundert es allerdings wenig, dass in bestimmten Bereichen des gelebten christlichen Glaubens Gebet eine andere Funktion bekommen hat. Gibt es doch viel zu viele Kirchen und christliche Gemeinschaften die einen Gott predigen, der weit weit weg zu sein scheint. Die andere Seite der Medaille ist die Botschaft des strengen, schwerhörigen, oft mürrischen Gott, dem man lange mit den „richtigen Gebeten“ bekneten muss, bis man eine positive Zuwendung erhoffen darf. Nimmt man also nun dem Beter sein interessiertes und positiv zugewandte Gegenüber, pervertiert das Gebet zur reinen Meditation oder zu einer mystischen Energie. Dass dann Anleihen in der Esoterik und anderen Glaubensüberzeugungen gemacht werden, scheint da klar zu sein.

Manchem mag das Gebet als schlichtes Gespräch mit Gott zu wenig sein. Vor allem dann, wenn er echte Probleme damit hat zu glauben, dass Gott tatsächlich seine Gebete hört oder gar auch noch antworten will. Letztlich ist für mich aber der gültige Maßstab was unser Gott dazu sagt und nicht Phantasien von Menschen.

Dazu eine kleine Geschichte:
Mir wurde von einer (mir bekannten) Frau berichtet, die zwar irgendwie schon an Gott glaubt, mit ihrer Kirche aber so manche Probleme hat. Sie war im Urlaub mit ihrem Ehemann in einer Stadt unterwegs. Der Mann war von einem Fachgeschäft für sein Hobby abgelenkt. So trennten sich die zwei für kurze Zeit. Diese Frau stieß dann auf eine nette kleine Kirche, die sie betrat. Die Atmosphäre beeindruckte sie so sehr, dass sie sich in eine Bank setzte und im Gebet Gott ein Problem berichtete. Sie schloss in etwa mit dem vorsichtigen Versuch zu sagen: „Gott, es ist wahrscheinlich anmaßend dies zu bitten. Aber wenn es Dir möglich ist, kannst du mir nicht sehr schnell antworten?“
Kaum hatte sie ihr Gebet beendet klingelte ihr Handy. Peinlich berührt verließ sie schnell die Kirche und nahm den Anruf entgegen. Zu ihrem Erstaunen löste genau dieses Telefonat ihr gerade noch vorgebrachtes Problem. Nun ist sie völlig verblüfft, dass Gott ihr Gebet so ernst genommen hat. Von einem Zufall vermag sie hier nicht mehr auszugehen.

Schicke deine Gebete zu Gott, denn dort gehören sie hin
Wenn wir also unsere Gebete irgendwo hin schicken wollen, dann bitte zum richtigen Empfänger: zu Gott.
Wenn wir andere einen Trost oder Ermutigung zukommen lassen wollen, sollten wir uns handfestere Wege suchen, wie in etwa Postkarten, kleine Geschenke, Telefonate….
Derweil können wir Gott unsere Bitten und Anliegen für diese Mitmenschen vortragen und gespannt hinhören, was ER uns wohl dazu sagen möchte.

Zum Abschluss meiner Gedanken
Letztlich erinnere ich mich nochmal an den interessanten Gedanken, den ich schon einmal hier betrachtet habe:

Warum müssen Christen soviel beten müssen?
Was nutzt viel beten, wenn wenig beten so wenig nutzt?

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Autor: Charly

Wer bin ich? Kurz gefasst ein Mann, ’60er Baujahr, verheiratet in zweiter Ehe ohne Kinder. Seit 1978 bin ich bekennender Christ, nachdem ich ein Gotteserlebnis hatte. Bei den vielen Schubladen, die sich jetzt anbieten erschaffe ich eine neue und benenne mich als „leidenschaftlicher Christ“ oder „leidenschaftlicher Nachfolger Jesu“.

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