Frontal 21-Bericht „Sterben für Jesus“

Das Magazin „Frontal 21“ berichtete auf dem ZDF über fragwürdige Missionierungsmethoden in moslemischen Ländern. Sie wiesen darauf hin, dass nicht nur die Art der sogen. „Untergrundmission“ fragwürdig, sondern auch sogar gefährlich für andere christliche Werke in den Ländern ist.

Hier kann der Bericht nochmal angesehen werden und hier das Manuskript (pdf-Datei) geladen werden.

Ich finde diese Sendung, im Vergleich zu manch anderen „Reportagen“ in schlechter Bildzeitungsmanier, recht gut. Das was gezeigt und angemahnt wird halte ich auch für kritikwürdig. Wie schlecht ich manch anderen Beitrag der Medien zu Evangelikalen oder zur Mission Evangelikaler finde, habe ich hier im Blog schon besprochen.

Evangelikale Medien reagierten schon am nächsten Tag mit heftigen Vorwürfen. Von „Hetze gegen Evangelikale“ ist dort die Rede und dass die „Akademie für Weltmission“ rechtliche Schritte wegen der verdeckten Aufnahmen überlegt.

Überzogene Kritik an der Kritik
Ich muss sagen, dass die Kritiker hier meiner Meinung nach überziehen. Sie haben sicherlich damit recht, dass in dem Bericht keine saubere Trennung zwischen den traditionellen Missionswerken und „Jugend mit einer Mission“ gemacht wurde. So konnte verstanden werden, dass alle diese Missionswerke so agieren würden. Aber sie sollten sich schon dem stellen, dass Mission in diesen Ländern durchaus zu oft mit einem Märtyrerglanz verkauft wird.

Mir scheint, wir Christen haben eine enorme Sehschwäche, wenn es darum geht, uns klar zu machen, wie wir nach Außen in die Welt hinein wirken. Also ich meine, dass dieser Bericht recht gut den Blick von Außen darstellt. Es ist wenig seriös von der Welt zu erwarten sehr differenziert über zB die Unterschiede zwischen den Missionsbemühungen einer „Bibelschule Brake“ und „Jugend mit einer Mission“ zu berichten. Da eine funktionierende Kritik unter uns Christen ja nicht wirklich vorhanden ist, sieht die Welt uns eben so. Hetze gegen Evangelikale kann ich in dem Bereicht nicht erkennen.
Worin denn? In den etwas verunglückten Abschlusssatz der Moderatorin etwa? Also da bin ich von den Medien aber noch ganz anderes gewohnt.

Das was mit versteckter Kamera aufgenommen wurde ist in keiner Weise anstößig – wozu also bitte die Aufregung? Es stände den betroffenen Christen besser zu Gesicht, wenn sie locker lächelnd reagieren würden. Ein Kommentar wie:

„Wozu die versteckte Kamera? Hätten Sie uns offen gefragt, Sie hätten dieselben Antworten bekommen. Wir haben nichts zu verstecken.“

währe angebracht.
Dieses Herumzetern mit Strafandrohungen lässt doch erst Recht den Verdacht aufkommen, dass dieses Fernsehteam das wirklich Schlimme und Verwerfliche noch garnicht mitbekommen hat.
Wenn Jugend mit einer Mission solche Videos ins Netz stellt, müssen sich die Christen auch nicht wundern, wenn die Welt uns mal den Puls fühlen will, oder?

Wann lernen wir Christen es eigentlich mal uns besser nach Außen darzustellen?

Auch wenn ich zu der Untergrundmission Solcher stehe, die Jahre in diesen Ländern leben, verurteile ich diese Adventure-Missionseinsätze ala „Märtyrer-Untergrundmission“ div. chr. Werke! Denn diese (tschuldigung für die klaren Worte) wenig intelligenten Einsätze gefährden die ernsthaften Missionare in diesen Ländern erheblich.

Eins der JmeM-Videos
Ich bin sehr dafür, dass man sich selbst ein Bild macht. Daher hier eins der Videos von Jugend mit einer Mission, aus dem in der Reportage ein Ausschnitt zu sehen war.
Der Begleittext zum Video auf youtube:

Acht Menschen, Zehn Wochen — Ein Team, ein Gott, ein Auftrag, ein Abenteuer. In 20 Minuten beschreibt dieses Video, den Zweieinhalbmontaigen Einsatz der Jüngerschaftsschule von Jugend mit einer Mission Herrnhut. Nach 12 Wochen Lehre macht sich das Team nach Nepal und später nach Indien auf. Was sie in dieser Zeit im Dschungel Westnepals, in Kathmandu und in Kalkutta erleben, kannst du hier sehen.

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Autor: Charly

Wer bin ich? Kurz gefasst ein Mann, ’60er Baujahr, verheiratet in zweiter Ehe ohne Kinder. Seit 1978 bin ich bekennender Christ, nachdem ich ein Gotteserlebnis hatte. Bei den vielen Schubladen, die sich jetzt anbieten erschaffe ich eine neue und benenne mich als „leidenschaftlicher Christ“ oder „leidenschaftlicher Nachfolger Jesu“.

2 Kommentare zu „Frontal 21-Bericht „Sterben für Jesus““

  1. du hast völlig recht mit dem was du schreibst:
    „Aber sie sollten sich schon dem stellen, dass Mission in diesen Ländern durchaus zu oft mit einem Märtyrerglanz verkauft wird.“
    je nachdem, in welchem umfeld man sich bewegt, ist dieser „märtyrerglanz“ und „Adventure-Missionseinsätze“ eine ganz normale – ich sag mal – verkaufsstrategie. und ja, das schadet den richtigen missionaren.

    „Es stände den betroffenen Christen besser zu Gesicht, wenn sie locker lächelnd reagieren würden.“
    ja, das wäre mal eine richtige reaktion. aber darauf werden wir lange waren müssen. 😦

    „Wann lernen wir Christen es eigentlich mal uns besser nach Außen darzustellen?“
    ich befürchte leider, das wird noch ne weile dauern. wenn uns das überhaupt mal gelingt. aber genau hier ist der knackpunkt der ganzen geschichte. unsere außenwirkung ist ziemlich desolat …

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  2. Nach den Protesten und rechtlichen Schritten, die durch Evangelikale gegen „Frontal21“ geäußert und beschritten wurden, berichtet „Panorama“ ebenfalls über „Jugend mit einer Mission“ und über die Reaktion von Vertretern der evang. Kirche.
    Hier das Video
    Wie mir scheint, zeigt dies Beispiel, wie Christen sich besser nicht darstellen sollten. Und es bleibt weiterhin in der Diskussion ob die vorgebrachte Kritik nicht doch durchaus zu bedenken sein könnte.

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