Star Trek XI

Nun habe auch ich habe mir den neusten Star Trek Film angesehen. Vorankündigungen gab es ja genug und als eher Soft-Trekki konnte ich ihn mir ja auch nicht entgehen lassen.

Meine Bewertung: Enttäuschend bis schlecht.

Schon im Vorfeld bekam ich Zweifel, als ich die Rahmenstory erfahren habe und Bilder, sowie Filmszenen sehen konnte.
Um es direkt zu sagen: ich empfinde es als eine schlechte Idee gerade die erste Crew der Star Trek – Serie wieder auferstehen zu lassen. Nicht nur, dass Jemand, der wie ich mit dieser Serie aufgewachsen ist, mit den ursprünglichen Schauspielern vertraut ist. Ich hatte Zweifel, dass dies gelingen kann und ich hatte Recht.
Zudem empfinde ich dies als recht überflüssig, bietet das Star Trek-Universum genügend Raum für eine andere Enterprise mit anderen Charaktären.

Die Charaktere der „jungen Crew“ sind kaum vergleichbar mit denen der ersten Serie. Nicht nur dass wir es mit einem doch sehr erstaunlich emotionalen Spock zu tun bekommen, der zudem noch eine zarte Beziehung zu Uhura hat. Gerade zu Uhura, die ja gerade in diesem Thema in der ersten Serie eine nicht unwichtige Rolle spielte – bedenkt man welches Echo der erste Kuss eines Weißen mit einer Schwarzhäutigen (Kirk küsst Uhura) im Fernsehen in Amerika damals auslöste.

Das die Charaktere so ganz andere Beziehungen zueinander haben, als wir es aus der ersten Serie und den Kinofilmen kennen, wird erklärt, indem der Film schon damit beginnt, dass die Geschichte in einer ganz anderen Zeitlinie spielt. Womöglich meinten die Autoren damit alle Unstimmigkeiten mit dem Original zu entschuldigen – aber das empfinde ich schlicht als  schwache Leistung.

Wahrscheinlich erklärt diese ganz andere Zeitlinie auch die deutlich bessere und futuristischer Technik auf der Brücke? Wobei, mal ehrlich – ich erinnere mich gerade nicht daran, dass es auf der ersten Enterprise an der Steuerkonsole einen Gashebel zur Beschleunigung gegeben hat. Oder? Was ja auch total Sinn macht (Hää?? Gashebel bei einem Warpantrieb???)

Überhaupt Warpantrieb: Den gab es damals auf der Enterprise noch nicht! Diese hatte keinen Warp-, sondern einen Solantrieb. Ok, in der neusten Serie, die ja noch vor Kirk und Co spielt, hat die Enterprise ja auch einen Warp-Antrieb. Aber das ist nur eine von den vielen vielen Unstimmigkeiten zwischen der ersten Serie und diesem Film. Zum einen ist die gesamte Brücke hochgradig Computertechnisch bestückt – was sich die Macher der ersten Serie noch nicht auszudenken wagten – und dann dazwischen derart antiquarische bis völlig unpassende Hebel?

Gut geklaut macht noch keinen guten Film
Etliche Szenen in diesem Film kennt der aufmerksame Trekki aus den Serien, den anderen Filmen, als auch aus z.B. Star Wars. So wie die des Raumschiffs auf Kollisionskurs mit dem übermächtig angreifenden Schiff. Diese Idee ist gerade mal ein Star Trek – Film her.
Als Kirk auf dem Eisplanten vor den Bestien flieht, wurde ich an Star Wars erinnert. Und ganz ehrlich, mich hätte es nicht gewundert, wenn Kirk auf Luke Skywalker statt auf Spock getroffen wäre.

Auch aus einem anderen Grund habe ich mich gefragt, ob ich evtl. doch in einem anderen, neu angelaufenen Film gelandet bin. Denn Kirk bekommt in dem Film dermaßen viel Prügel und erleidet dermaßen heftige Stürze, dass er sich eigentlich etliche Knochen hätte brechen müssen. Nicht nur dass Kirk nicht einmal wirklich blaue Flecken davongetragen hat, selbst nach einem massiven allergischen Schock, läuft er herum, als hätte er gerade ein gemütliches Morgentrainig hinter sich. Also frage ich mich, ist das nun Kirk oder doch eher Wolverine aus X-Men? Denn der hat ja bekanntermaßen Metall um seine Knochen und zudem diese enormen Selbstheilungskräfte.

Ich bin nicht allein
Ich habe das Personal im Kino befragt, wie denn die Reaktionen auf den Film seien. „Sehr gemischt“, war die Antwort. Insbesondere Besucher die wie ich mit dieser Serie aufgewachsen sind, sind so wie ich enttäuscht. Begeistert sind eher die, die Star Trek eher so ab der Voyager-Serie her kennen – wenn überhaupt.

Gab es auch was Gutes?
Ja doch, ich müsste lügen, wenn ich alles schlecht reden wollte. Der Film ist technisch gut gelungen. Die Tricks und Computeranimationen sind sauber gemacht. Die Geschichte ist kurzweilig, wenn auch nicht wirklich spannend. Die massenhaften Kampfszenen sind recht gut gemacht und lassen die Zeit nicht allzu lang werden – weil eben massenhaft vorhanden. Also der Film reicht für einen anspruchslosen Abend im Fernsehen. An das mittlerweile erreichte Niveau der Serien und der Kinofilme reicht er aber um Längen nicht heran.

Bleibt zu hoffen, dass dies nicht der Pilotfilm für eine neue Serie sein soll.

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Autor: Charly

Wer bin ich? Kurz gefasst ein Mann, ’60er Baujahr, verheiratet in zweiter Ehe ohne Kinder. Seit 1978 bin ich bekennender Christ, nachdem ich ein Gotteserlebnis hatte. Bei den vielen Schubladen, die sich jetzt anbieten erschaffe ich eine neue und benenne mich als „leidenschaftlicher Christ“ oder „leidenschaftlicher Nachfolger Jesu“.

5 Kommentare zu „Star Trek XI“

  1. Soweit ich mich erinnern kann musste der Sol Antrieb aber schon beim „Treffen der Generationen“ dran glauben, als die Enterprise-Mannschaft und Picard in die Vergangenheit reisten, um den Erfinder des Warp-Antriebs aufzuspüren. Das war eigentlich lange vor Käptn Kirk, zeitlich gesehen. Darufhin landeten doch die ersten Vulkanier auf der Erde, weil sie die „Warp-Signatur“ bemerkt hatten. Aber was so ein richtiger Trekki ist, kann uns das bestimmt auch erklären. Schon die Klingonen stimmen in der Serie der „next Generation“ ja nicht mehr mit den Originalen der ersten Serie überein, wo die noch total menschlich aussehen. Trotzdem fand ich die Serie wesentlich besser als die erste 😉
    Lexi, der Trekki guckt auch die neuen Folgen im TV, die sich um die Jugendzeit von Kirk und co handelt. (Läuft wohl gerade) Dort wird auch erklärt, wie die Klingonen zur heutigen Form mutiert sind 😉
    Na ja, für mich ist es eh nur Unterhaltung, da achte ich nicht auf die Widersprüche der Gesamtstory. Bin auch kein Trekki. Hauptsache ich werde gut unterhalten.
    Gerade die Star-Wars Zitate fand ich übrigens sehr lustig. Ich hab es so empfunden, daß der Film sich selbst und die ganze Gattung nicht so bierernst nimmt. Sozusagen als Selbstironie.
    Na ja, ist vielleicht Geschmackssache und kommt auch auf die Stimmung an, in der man da rein geht.

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    1. Ernsthaft jetzt? War es im Original schon immer ein Warp-Antrieb? Gibt es da evtl. im Net Filmausschnitte im Originalton, wo man das hören kann?

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