Gnade – was das ist

Geh unter der Gnade
© Ilse Dunkel (ille) / pixelio.de

Wenn man Heute Menschen befragt was denn Gnade sei, muss man feststellen, dass viele mit diesem Begriff nichts mehr anfangen können. Mit dem Begriff „Gnadenlos“ schon viel eher. Fragt man Christen danach, die ja spätestens durch Luther in dem Bewusstsein leben sollten allein aus Gnade errettet zu sein, stößt man ebenso auf reichlich Sprachlosigkeit.

Gnade, was ist das?
Zunächst möchte ich auf einen Beitrag von WDR5 hinweisen, der sich mit dem Thema beschäftigt:
Gnade wem Gnade gebührt / Von Marietta Morawska-Büngeler WDR3 & 5, vom 19.04.09“ (Download leider nur begrenzte Zeit verfügbar)
In dieser Sendung wird erwähnt, dass einmal Konfirmanden gefragt wurden das Gleichnis vom „verlorenen Sohn“ aus Luk. 15:11-32 einen eigenen Titel zu geben. Die Konfirmanden einigten sich darauf dieses Gleichnis das „Gleichnis vom ungerechten Vater“ zu nennen. Denn Gnade war für sie kein Konzept der unverdienten Gabe, sondern sie verstanden unter Gnade etwas, was man sich durch eigene Leistung verdienen müsse. Und so meinten sie, dass der Vater dem älteren Sohn gegenüber ungerecht gewesen sei.

Gnade und das Kreuz
In den letzten Monaten ist wieder eine Diskussion darüber entbrannt, ob Jesus am Kreuz als Sühne für unsere Sünden gestorben sei. Auch in dieser Diskussion schimmert das Verständnis durch, dass der Mensch durch eigene Leistung vor Gott gerecht werden müsse oder im genauen Gegenteil ohne irgendwelche Ansprüche an ihn gestellt zu bekommen, pauschal Vergebung der eigenen Sünden durch Gott erfahren solle, weil ja Gott garnicht anders könne.
Das ist beides Unsinn und zeigt meiner Meinung nach auf, dass das Konzept der Gnade nicht verstanden wird.

In der WDR-Sendung kommt auch ein Gnaden-Richter zu Wort, der in Deutschland über Gnadengesuche von verurteilten Straffälligen zu entscheiden hat. Auch in seiner Schilderung wird deutlich, dass eine Begandigung an Bedingungen geknüpft ist.
Jesus berichtet ähnliches in dem Gleichnis vom unbarmherzigen Knecht in Matth. 18:21-35. Hier lesen wir, dass empfangene Gnade Forderungen an uns stellt. Das greift Jesus ebenso in seiner Nachrede zu dem „Vater Unser“ auf, in dem er sagt:
Matthäus 6:14 Denn wenn ihr den Menschen ihre Vergehungen vergebt, so wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben; 15 wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euer Vater eure Vergehungen auch nicht vergeben. (Rev. Elberf.)

Gnade kann nicht verdient werden
Fakt bleibt dennoch, dass Gande auch nicht im Nachhinein durch das Einhalten von Bedingungen und Geboten verdient werden könnte. Gnade bleibt in ihrem Wesen immer eine unverdiente Gabe. Eine Gabe die nicht durch den Gnadenempfänger motiviert wird, sondern immer Ausdruck des Erbarmens und der Barmherzigkeit ist. Zwei Begriffe, die wohl ähnlich wie der Begriff „Gnade“ in unserer Gesellschaft mehr und mehr nicht verstanden werden.
Gnade geschieht aber nicht einfach so ins Blaue hinein, sondern verfolgt in der Regel das Ziel, dass der Gnadenempfänger sein Leben zum Positiven hin verändert. Im christlichen Glauben bedeutet das, dass der Gnadenempfänger sein Leben von der Sünde abwendet und sich Gott zuwendet, soweit es ihm möglich ist. Um dies zu tun, erfahren wir als Christen von Gott selbst weitere Gnade, indem ER selbst uns durch den Hlg. Geist befähigt dies zu tun.

Bleibt die Frage: Was bedeutet Gnade für dich?

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Autor: Charly

Wer bin ich? Kurz gefasst ein Mann, ’60er Baujahr, verheiratet in zweiter Ehe ohne Kinder. Seit 1978 bin ich bekennender Christ, nachdem ich ein Gotteserlebnis hatte. Bei den vielen Schubladen, die sich jetzt anbieten erschaffe ich eine neue und benenne mich als „leidenschaftlicher Christ“ oder „leidenschaftlicher Nachfolger Jesu“.

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