Beten – mich selbst Gott hinhalten

betende Hände
© Maria Bosin / pixelio.de

Folgender Gedanke ist mir über das Gebet begegnet:

Im Gebet lasse ich mich auf Gott ein. Ich benutze Gott nicht für mich, sondern lasse mich auf IHN ein. Beten heißt meine Wahrheit Gott hinzuhalten. Ich verzichte darauf mich zu beschuldigen oder unter Druck zu setzen. Ich begegne Gott im Gebet und halte ihm meine Welt, meine Sorgen und Wunden hin.

Zwei Realitäten
Ich betrachte also Gebet nicht als ein Mittel zur Verbesserung meiner Lebensqualität durch von Gott erbetenem Segen – also als Suche nach einen Vorteil für mich, sondern verstehe es als einen Ort, eine Zeit in dem/der sich zwei Realitäten begegnen.

Wir leben in unserer Welt, die geprägt ist durch unseren Alltag, unsere Beziehungen und Begegnungen. Wir nehmen unsere Welt subjektiv wahr und können nicht so leicht darüber hinaus sehen. In der Begegnung mit Gott bekommen wir die Gelegenheit unsere Welt aus der Realität / aus der Sicht Gottes wahrzunehmen.

Haltungsänderung
Dies fordert von uns in der Begegnung mit Gott innezuhalten und darauf zu verzichten unsere Sicht von uns selbst in den Vordergrund zu setzen. Wir bewerten also zunächst unsere Realität nicht, sondern halten sie Gott vor. In dem Licht und der Gegenwart Gottes, durch Gottes Realität verändert sich unsere Sicht auf unsere eigene Realität, auf unsere Welt. Indem wir Gottes Haltung zu uns und den Dingen die uns bewegen erleben, verändert sich unsere Realität.

Schwere Übung
Das mag sich recht simpel anhören, scheint aber für uns nicht immer wirklich leicht zu sein. Regelmäßig legen wir uns schon im Vorfeld einer Begegnung in Bezug auf Denjenigen, dem wir begegnen werden, innerlich fest, wie wir zu uns selbst stehen werden. Wir legen uns bereits Gründe, Rechtfertigungen und Entschuldigungen für Dinge in unserem Leben zurecht die in der Begegnung mit dem Anderen eine Relevanz haben könnten. So auch und im Besonderen in der Begegnung mit Gott.

Dies nicht zu tun, sondern sich ehrlich Gott mit unserem Sein auszusetzen erfordert von uns ein hohes Maß an Vertrauen zu Gott, zu dem wie ER bereit ist uns zu begegnen. Haben wir die Vorstellung, dass Gott in der Begegnung mit uns immer zunächst auf all das sieht, was wir falsch gemacht haben um uns dementsprechend zu bestrafen, werden wir dieses Vertrauen nicht aufbringen können. Verstehen wir aber, dass Gott uns durch die Vergebung, die uns durch Christus gegeben wurde, voller Gnade und Barmherzigkeit ansieht, können wir unsere Realität Gott vorhalten und erleben was mit ihr in Gottes Realität geschieht.
Das wäre dann schon die Erfahrung der anderen Realität, die durch Gott kommt.

Begegnung statt Leistung
Dieser Gedanke, den ich Eingangs erwähnt habe, macht noch einmal deutlich, dass Gebet nicht in erster Linie eine fromme Leistung für uns bedeuten sollte, sondern die Erfahrung einer echten Begegnung mit dem Höchsten. Das unser Gebet eher durch Innehalten und Stille vor Gott geprägt sein sollte, als von der Fülle unserer eigenen Worte.

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Autor: Charly

Wer bin ich? Kurz gefasst ein Mann, ’60er Baujahr, verheiratet in zweiter Ehe ohne Kinder. Seit 1978 bin ich bekennender Christ, nachdem ich ein Gotteserlebnis hatte. Bei den vielen Schubladen, die sich jetzt anbieten erschaffe ich eine neue und benenne mich als „leidenschaftlicher Christ“ oder „leidenschaftlicher Nachfolger Jesu“.

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