Macht der Worte

Immer wieder trifft man unter Christen auf sehr eigentümliche Lehren über die angebliche Macht der Worte. Unserem Reden wird hier eine mystische Macht zugesprochen. Es wird behauptet dass alleine das Aussprechen von Worten in sich bereits eine kreative Macht hätte.
Aber auch in der Auslegung des Bibeltext im Jakobus 3 schleichen sich oft seltsam anmutende Lehren und Überzeugungen ein.

Was sagt die Bibel?
Bei der Fülle der unterschiedlichen Lehren werden auch eine Menge Bibelstellen als Beleg angeführt. Manches wirkt plausibel, aber ist das dann auch wirklich das, was uns die Bibel dazu sagt?

Sehen wir uns als Beispiel einen Bibelvers an, der sehr häufig für die angebliche Macht der Worte angeführt wird:
Sprüche 6:2 bist du verstrickt durch deines Mundes Worte, gefangen durch die Worte deines Mundes (Rev. Elb)
Dieser Vers wird immer wieder angeführt um den „biblischen Beleg“ zu erbringen, dass Worte in sich alleine Macht besitzen. Doch in welchem Kontext steht dieser Vers eigentlich?
Sprüche 6:1 Mein Sohn, hast du gebürgt für deinen Nächsten, für einen Fremden deinen Handschlag gegeben, 2 bist du verstrickt durch deines Mundes Worte, gefangen durch die Worte deines Mundes, 3 so tu denn dies, mein Sohn: Reiß dich los, da du in deines Nächsten Hand gekommen bist! Geh unverzüglich hin und bestürme deinen Nächsten! 4 Gönne deinen Augen keinen Schlaf und keinen Schlummer deinen Wimpern! 5 Reiße dich los wie die Gazelle aus der Hand des Jägers und wie ein Vogel aus der Hand des Vogelstellers! (Rev. Elb)
Oder in einer etwas moderneren Sprache:
Sprüche 6:1 Mein Sohn, hast du für deinen Nächsten gebürgt, dich einem Fremden mit Handschlag verpflichtet, 2 hast du dich durch deine Worte gebunden, dich gefesselt durch das, was du sagtest? 3 Dann tue dies, mein Sohn: Reiß dich los, denn du bist in der Gewalt eines anderen! Geh unverzüglich hin und bestürme ihn mit Bitten! 4 Gönn deinen Augen keinen Schlaf und deinen Lidern keine Ruhe 5 bis du ihm entkommen bist wie die Gazelle dem Jäger, wie der Vogel dem Zugriff des Fängers. (Neue evangelistische Übersetzung)
Hier sehen wir, dass es bei diesem Text keinesfalls darum geht, dass Worte in sich eine mystische Macht besitzen würden, sondern schlicht darum, dass man für Jemanden gebürgt hat – einen mündlichen Vertrag geschlossen hat.

Segen und Fluch
Ein weiterer Bereich, über den es recht abenteuerliche Lehren gibt ist die Frage nach Segen und Fluch. Kann ein Mensch einen anderen Menschen verfluchen? Kann ich mich gar selbst verfluchen? Kann ich Jemanden durch unbedachtes Reden verfluchen?
Ein Thema das viele Christen sehr bewegt. Ein Thema das auch mit vielen Bibelstellen „belegt“ wird. Doch was sagt die Bibel wirklich dazu?

Ausarbeitung
Ich habe zusammen mit einem Pastor eine umfassende Ausarbeitung erstellt, die diesen Themenbereich gründlich anhand des Wort Gottes betrachtet. Grundlage ist hier die Bibel und nicht Lehren über die Bibel. Zudem haben wir an einem Beispiel zu dem Thema aufgezeigt, wie wichtig es ist, auch die Sprache der Bibel tatsächlich in ihrem auch kulturellen Kontext zu verstehen.

Diese Ausarbeitung kann man hier als pdf-Datei herunterladen. Sie umfasst 26 Din-A4 Seiten.

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Autor: Charly

Wer bin ich? Kurz gefasst ein Mann, ’60er Baujahr, verheiratet in zweiter Ehe ohne Kinder. Seit 1978 bin ich bekennender Christ, nachdem ich ein Gotteserlebnis hatte. Bei den vielen Schubladen, die sich jetzt anbieten erschaffe ich eine neue und benenne mich als „leidenschaftlicher Christ“ oder „leidenschaftlicher Nachfolger Jesu“.

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